Beim Abladen und Rangieren eines Lastkraftwagen-Gliederzuges mit Containern auf einer stark befahrbaren Straße kommt es zu einem seitlichen Zusammenprall mit einem Personenwagen. Bedingt durch den Aufprall fallen Bauhölzer von dem Container auf den Personenwagen in dem zwei Personen sitzen. Diese werden im Fahrzeug eingeklemmt. So die Ausgangslage der Übung am Donnerstagabend des 14.09.2017 gegen 19:30 Uhr.

Zwei Mitarbeiter der Spedition, die sich auf dem Container befanden, werden durch den Aufprall in den Container geschleudert und unter Bauhölzern eingeschlossen und verletzt. Um an die verletzten Personen zu gelangen und sie zu retten, wurde die Drehleiter eingesetzt. Um die Verletzungen festzustellen, wurden ein Notarzt und zwei Rettungsassistenten mit der Drehleiter in das Innere des Containers gebracht. Nach der Versorgung wurden die Personen mit Hilfe der Krankentrage am Korb aus dem Container gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Durch die noch nicht ausreichend abgesicherte Unfallstelle fuhren noch zwei Personenwagen, zwei Lastkraftwagen, ein Rollstuhltransportfahrzeug, eine Landwirtschaftliche Zugmaschine mit Anhänger und ein Radlader in die Unfallstelle.

In den zwei Personenwagen wurde jeweils eine Person eingeklemmt. Sie wurden von Feuerwehrleuten, nachdem sie die Fahrzeuge mit Hebekissen und STAB-FAST Abstütz-Systeme gesichert wurden, mit Hydraulischen Rettungsgeräten aus den Fahrzeugen befreit und dem Rettungsdienst übergeben. Der Fahrer aus dem einen Lastkraftwagen hatte sich von der Unfallstelle entfernt und musste gesucht werden. Im Innenraum des Rollstuhltransportfahrzeuges wurde ein Rollstuhlfahrer mit seinem Rollstuhl eingeklemmt und musste ebenfalls befreit werden. Auf dem Anhänger der Landwirtschaftlichen Zugmaschine, auf dem sich ein Fass mit Benzin befand, flossen aus einem defekten Tankstutzen Betriebsstoffe aus. Der defekte Stutzen wurde von Feuerwehrleuten mit Schutzanzügen abgedichtet. Wegen der Brandgefahr wurde der Anhänger mit Schaum eingeschäumt.

Übungsziel war das Umsetzen von Einsatzführung, Heranführen junger und noch unerfahrenen Gruppen- /Zugführer, Abarbeitung einer Einsatzlage gemäß Führungsvorgang anhand der Gefahrenmatrix.
Kommunikation mit Rettungsdienst, Einsatzbefehle, Einsatzaufträge und Teamarbeit. Umsetzung der technischen Rettung gemäß der Unfall-Verhütungs-Vorschrift und der Feuerwehr-Dienst-Vorschrift sowie sicheres Arbeiten an der Einsatzstelle. Fahren in Verband / Kolonne, Einsatz und Alarmfahrt gemäß der Straßenverkehrsordnung.

Eingesetzte Kräfte:

  • Schwerpunktfeuerwehr Northeim
  • Arztgruppe FB4
  • Schnell-Einsatz-Gruppe von Johanniter-Unfall-Hilfe Northeim
  • Schnell-Einsatz-Gruppe vom Arbeiter-Samariter-Bund Nörten-Hardenberg

Gesamtstärke: 80 Einsatzkräfte

Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst, wurden mit ihren Einsatzfahrzeugen vom Einsatzleitwagen der Schwerpunktfeuerwehr Northeim über Funk aus ihren Bereitstellungsräumen abgerufen.
Die Verletztendarsteller, die sich von der Ortsfeuerwehr Lutterbeck zur Verfügung stellten, wurden von der Realistische-Unfall-Darstellung der Johanniter-Unfall-Hilfe Northeim fachmännisch mit Verletztenmustern geschminkt.

Die Übungsbeobachter Ortsbrandmeister Jens Pinneke, sein Stellvertreter Sebastian Schipper, Jens Küsel ,Jörg Schipper und Beobachter vom Rettungsdienst und vom Technischen-Hilfswerk waren mit der Übung sehr zufrieden. Die aufgetretenen Fehler werden an einem anderen Termin besprochen.

 

Text:Horst Lange
Fotos:Horst Lange