Umweltfeuerwehr

Wochenendübung des 3. Zuges


Autor

Lennart Lohrenz

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Am zweiten Oktoberwochenende 2014 führte der 3. Zug (ABC-Zug) der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim von Freitagabend bis Samstagnachmittag eine ausgedehnte Ausbildungs- und Übungseinheit durch.
Am Freitagabend trafen sich 26 Kameraden des ABC-Zuges um 18 Uhr auf der Umweltwache in Northeim. Dort wurden alle Anwesenden durch die Führungskräfte herzlich zu der Wochenendübung 2014 begrüßt. Daraufhin wurde mit der Errichtung des Nachtlagers auf der Umweltwache begonnen, was gegen 18:30 Uhr durch eine eingehende Alarmierung der Einsatzkräfte vorerst beendet wurde – der ABC-Zug wurde zu einer ersten Übung alarmiert.

Die Kameraden sollten zu einem Messeinsatz nach Westerhof in der Gemeine Kalefeld ausrücken. Für diese Übung wurde angenommen, dass es in Förste im Landkreis Osterode zu einem Großbrand gekommen ist, bei dem große Mengen Schadstoffe über den Brandrauch freigesetzt werden. Aufgrund der vorhandenen Wettersituation musste davon ausgegangen werden, dass Schadstoffe auch im östlichen Bereich des Landkreises Northeim ankommen.
Kurz nach der Alarmierung machten sich die Kameraden mit ihren Fahrzeugen auf den Weg zum Feuerwehrgerätehaus Westerhof, wo auf Anweisung der Rettungsleitstelle Northeim die Einsatzleitung errichtet werden sollte. Dort angekommen fand durch den Übungsleiter eine kurze Lageeinweisung für alle Einsatzkräfte des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr statt. Im Anschluss daran wurde umgehend mit der Lageabarbeitung begonnen. Durch die Führungskräfte wurden die Besatzungen der Messfahrzeuge zusammengestellt und mit der benötigten Messausrüstung ausgestattet. Währenddessen wurden durch die Besatzung des Messleitfahrzeuges die zu überprüfenden Messpunkte festgelegt und diese an die jeweiligen Fahrzeugbesatzungen ausgegeben. Daraufhin machten sich die Messfahrzeuge auf den Weg zu ihren Messpunkten und führten die erforderlichen Messungen durch. Die (fiktiven) Messergebnisse wurden per Funk in verschlüsselter Form an das Messleitfahrzeug übermittelt, wo durch die Führungskräfte anhand der Messergebnisse ein Lagebild erstellt wurde. Während der Übung wurden mehr als 20 Messpunkte in den Gemeinden Kalefeld und Katlenburg-Lindau, der ehemaligen Gemeinde Kreiensen, im Stadtgebiet Northeim sowie im östlichen Stadtgebiet Bad Gandersheim angefahren. Nach rund 2,5 Stunden konnte die Übung beendet werden und die Kameraden des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr wieder zur Umweltwache nach Northeim einrücken. Dort angekommen wurde das Nachlager zu Ende gebaut und die Abendverpflegung vorbereitet. Bevor mit der Abendverpflegung begonnen wurde, fand eine kurze Übungsnachbesprechung statt. Hierbei zeigten sich der Bereitschaftsführer der Umweltfeuerwehr sowie die Führungskräfte des ABC-Zuges mit den gezeigten Leistungen und Abläufen sehr zufrieden. Alle Übungsziele wurden erreicht. Den Abend ließen die Umweltfeuerwehrmänner bei Gegrilltem am Schwedenfeuer in kameradschaftlicher Runde ausklingen.

Der nächste Morgen begann um 7 Uhr mit dem Wecken und einem ausgiebigen Frühstück. Nachdem sich alle Kameraden gestärkt hatten, wurde das Nachtlager zurückgebaut und Einsatzbereitschaft für die nächste Übung hergestellt.

Gegen 09:40 Uhr wurde der ABC-Zug zu einem Gefahrstoffeinsatz bei der Northeimer Zaunbau GmbH alarmiert. Dort kam es im Produktionsbereich zu einer chemischen Reaktion zwischen mehreren Gefahrstoffen, welche mit einer starken Rauchentwicklung verbunden war. An der Einsatzstelle angekommen führte der ABC-Zugführer die erste Erkundung der Einsatzstelle durch und wurde durch den Übungsleiter in das Lagebild eingewiesen. Nach und nach trafen die weiteren Kameraden und Fahrzeuge des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr an der Einsatzstelle ein. Dort angekommen wurden die Gruppenführer durch den Zugführer in die zuvor erkundete Lage eingewiesen und mit ihren Einsatzaufträgen beauftragt. Umgehend rüsteten sich Kameraden mit schwerem Chemikalienschutzanzug (CSA) aus, um in das Gebäude vorzudringen und die Lage vor Ort zu entschärfen und letztlich auch zu beenden. Parallel hierzu wurde eine Dekontaminationsstelle errichtet, um die, aus dem Einsatz im Gefahrenbereich zurückkehrenden, CSA-Träger zu reinigen. Nachdem die Dekontaminationsstelle einsatzbereit war, machte sich der erste CSA-Trupp auf den Weg in das Gebäude. Dort suchte der Trupp zunächst den betreffenden Bereich nach eventuell vermissten Personen ab. Nachdem keine Person gefunden werden konnte, wurde mit der Abarbeitung der Gefahrstofflage begonnen. Der CSA-Trupp stieß auf mehrere Behälter mit chemischen Substanzen, die heftig miteinander reagierten.
Durch insgesamt drei CSA-Trupps konnte die Lage zügig und professionell abgearbeitet werden. Alle eingesetzten CSA-Trupps wurden durch die Dekontaminationsstelle geschleust und von eventuell anhaftenden Chemikalien befreit.

Nach rund 1,5 Stunden konnte der Übungsleiter feststellen, dass alle Übungsziele erreicht wurden und die Übung beenden. Nachdem alle vor Ort benötigten Materialien und Geräte wieder zusammengepackt und auf den Fahrzeugen verlastet waren, fand wiederum eine kurze Übungsnachbesprechung statt. Hierbei wurde der professionelle und koordinierte Einsatzablauf gelobt. Im Anschluss an die Übungsnachbesprechung machte sich der ABC-Zug wieder auf den Weg zur Umweltwache, um die benötigten Atemluftflaschen wieder zu befüllen, die Ausrüstung zu reinigen und vollständige Einsatzbereitschaft von Mannschaft und Gerät wiederherzustellen. Gegen 15 Uhr wurde dann das Kommando 'Dienstschluss' erteilt und die Kameraden des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr in ihr wohl verdientes Restwochenende entlassen.

Besonderer Dank geht an die Freiwillige Feuerwehr Westerhof, die für die Freitagsübung ihr Gelände als Ort der Einsatzleitung zur Verfügung gestellt hat, sowie an die Northeimer Zaunbau GmbH, für das Gelände und das Übungsobjekt für die Übung am Samstag.

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