Umweltfeuerwehr

Wochenendübung 2011


Autor

Umweltfeuerwehr
Die jährliche Wochenendübung der Umweltfeuerwehr, an der sich alle drei Züge und die Arztgruppe geschlossen beteiligen, fand dieses Jahr am 26. und 27. August 2011 statt.
Am Freitagabend um 18 Uhr trafen sich knapp 50 Kameraden der Umweltfeuerwehr zum Antreten auf dem Hof der Umweltwache in Northeim. Hierbei wurden die anwesenden Kameraden durch Bereitschaftsführer Peter Sawastianow begrüßt und über den geplanten Ablauf des Wochenendes informiert. Ferner wurden einige organisatorische und logistische Fragen geklärt. Im Anschluss wurden die Einsatzfahrzeuge besetzt und mit der ersten Übung gegen 19 Uhr begonnen.

Die erste Übung des Wochenendes führte die Einsatzkräfte an die Rhume in Northeim. Hier wurde davon ausgegangen, dass sich in unmittelbarer Gewässernähe eine größere Ölschadenstelle befindet und erhebliche Mengen des Öls in die Rhume fließen.
Zu der Eindämmung des Schadenereignisses haben der 2. Zug (Chemie- und Strahlenschutzzug) und der 3. Zug (ABC-Zug) mit Unterstützung des 1. Zuges (Wasserrettung und Boote) zwei Ölsperren über die Rhume verlegt. Im Zuge dessen wurde zeitgleich geübt, die Boote bei ungünstigen Geländesituationen mit Hilfe des Krans der Umweltfeuerwehr zu Wasser zu bringen. Nachdem alle Übungsziele erreicht wurden und die Gerätschaften wieder auf den Fahrzeugen verlastet waren, ging es zurück zur Umweltwache. Dort angekommen wurde in den Fahrzeughallen der Umweltwache das Nachtquartier hergerichtet und gegen 22 Uhr mit der Abendverpflegung und Kameradschaftspflege der Einsatzkräfte begonnen.

Nach einer kurzen Nacht wurden die Kameraden am Samstagmorgen um 7 Uhr geweckt und das Nachquartier zurückgebaut. Anschließend konnten sich alle beim gemeinsamen Frühstück mit Brötchen und heißem Kaffee für die bevorstehenden Aufgaben stärken. Nach dem Frühstück fand ein erneutes Antreten für den folgenden Übungstag statt, bei dem auch zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Gandersheim begrüßt werden konnten. Diese waren mit dem Rettungswagen der Feuerwehr Bad Gandersheim vor Ort um die Arztgruppe beim Eigenschutz der Umweltfeuerwehr für die kommende Übung zu unterstützen. Direkt im Anschluss wurden die einzelnen Teileinheiten durch den Bereitschaftsführer in ihre Bereitstellungsräume befohlen und warteten dort auf ihren Einsatzbefehl.

Um 10:15 Uhr wurde zunächst die Freiwillige Feuerwehr Edesheim über Sirene und Meldeempfänger zu einer Hilfeleistung alarmiert. Die Einsatzleitstelle in Northeim wurde mitgeteilt, dass hinter der Bahnbrücke in der Straße 'Zur Mühle' bei Verladearbeiten auf einem Anhänger ein Unfall passiert sei, bei dem einige Behältnisse leckgeschlagen sind. Innerhalb weniger Minuten waren die Kameraden der Feuerwehr Edesheim mit ihrem StLF 10/6 vor Ort.
Da an dem Anhänger eine orange Warntafel angebracht war, war für die Einsatzkräfte sofort ersichtlich, dass es sich um eine Lage mit gefährlichen Stoffen handelt. Es wurde eine erste Erkundung unter schwerem Atemschutz durchgeführt, sowie der 2. und der 3. Zug der Umweltfeuerwehr nachgefordert, um diese Lage abarbeiten zu können. Der erste Angriffstrupp der Feuerwehr Edesheim stellte fest, dass es auf der Ladefläche offensichtlich zu einer Verpuffung gekommen ist und bestätigte, dass hierbei mehrere Behältnisse beschädigt wurden. Zudem wurden einige Behältnisse durch die Verpuffung in den benachbarten Kiessee geschleudert. Damit diese geborgen werden können, wurde der 1. Zug der Umweltfeuerwehr ebenfalls zu der Schadenstelle alarmiert.
Nachdem die Kräfte der Umweltfeuerwehr die Schadenstelle erreichten, wurde umgehend mit der Ausrüstung der Einsatztrupps mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) begonnen, um eine weitere Erkundung und folgenden Abarbeitung der Lage zu ermöglichen. Zeitgleich wurde eine Dekontaminationsstelle (Dekon) aufgebaut. In dieser wurden die bereits vorgegangenen Kameraden der Feuerwehr Edesheim, sowie die nachfolgenden CSA-Träger der Umweltfeuerwehr geduscht und von eventuell abbekommenen Stoffen befreit. Parallel zu diesen Maßnahmen wurde die Sperrung und Erdung der über der Einsatzstelle verlaufenden Bahnstrecke veranlasst. Während des Vorgehens durch Kräfte der Umweltfeuerwehr wurde unter anderem die Sichtung der Stoffe vorgenommen. Die genauere Erkundung ergab, dass sich auf der Ladefläche einerseits beispielsweise Chlor und Methanol, andererseits aber auch Sprengstoffe in zum Teil defekter Außenverpackung befanden. Daraufhin wurde vorsorglich der komplette Rückzug für alle CSA-Trupps befohlen und die Taktik zur weiteren Vorgehensweise neu überdacht.
Nachdem die neue Taktik festgelegt wurde und sich herausstellte, dass zur Abarbeitung der vorgegebenen Lage ein erhöhter Zeitaufwand nötig sein würde, wurde (fiktiv) der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Einbeck zur Unterstützung alarmiert. Dies hätte der Entlastung der Kräfte der Umweltfeuerwehr gedient und eine Aufstockung des speziell für den Gefahrstoffeinsatz ausgebildeten Personales mit sich gebracht. Anschließend sicherte die Umweltfeuerwehr Behältnisse, die Leckagen aufwiesen, dichteten die Leckagen ab und/oder verpackten die Behältnisse ggf. in Überbehältern neu. Ausgelaufene Stoffe wurden mit Spezialbindemitteln abgebunden, aufgenommen und gesichert verpackt. Nachdem alle Übungsziele der Lage auf dem Anhänger erreicht und die fehlenden Behälter durch die Taucher aus dem Kiessee geborgen waren, wurde gegen 12:30 Uhr das Übungsende bekannt gegeben und mit dem Abbau begonnen.
Im Anschluss rückten die Züge der Umweltfeuerwehr wieder in die Umweltwache ein, wo neben der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft und Reinigung der Fahrzeuge und benutzten Ausrüstung, auch die Mittagsverpflegung stattfand. Kurz vor 16 Uhr waren alle Fahrzeuge aufgerüstet und alle Teileinheiten der Umweltfeuerwehr konnten vollständige Einsatzbereitschaft vermelden. Damit war der letzte Akt der diesjährigen Wochenendübung der Umweltfeuerwehr vollbracht und die Kameraden konnten die Heimreise antreten.

Datenschutz | Impressum | © Umweltfeuerwehr 2019