Um 18:38 Uhr wurde unsere Feuerwehr am Mittwochabend, gemeinsam mit den Wehren aus Lagershausen und Imbshausen zu einer Personensuche alarmiert.
Zwei Forstarbeiter waren nicht nach Hause gekommen und waren auch über Handy nicht mehr erreichbar. Angehörige machten sich, mit zunehmender Dämmerung, entsprechend Sorgen und riefen die Feuerwehr.
Der Gruppenführer und spätere Einsatzleiter hatte sich, wegen der engen Platzverhältnisse auf der Zufahrtsstraße zur Einsatzstelle, dafür entschieden, die Feuerwehren aus Lagershausen und Imbshausen zunächst in die Bereitstellung ans Gerätehaus in Denkershausen zu schicken. Unser MLF fuhr die Einsatzstelle zur Erkundung an und wurde dort schon von den aufgeregten Angehörigen in Empfang genommen.

Nach einer kurzen Suchaktion im nahen Waldstück wurden die beiden Forstarbeiter gefunden. Beide hatten sich bei missglückten Baumrückarbeiten schwerste Verletzungen zugezogen. Einer war unter mehreren Bäumen eingeklemmt. Andere Bäume lagen, teilweise unter Spannung und an einer Seilwinde hängend, herum. Ein weiterer Baum war angesägt und drohte umzustürzen. Die Unglückstelle befand sich etwa 280 m vom nächsten befestigten Weg entfernt. Mit erster Priorität wurden zunächst die Verletzten betreut und versorgt und dann weitere Kräfte zur Einsatzstelle nachalarmiert. Die Feuerwehren Lagershausen und Imbshausen sorgten nach ihrem Eintreffen für ausreichende Beleuchtung. Mehrere Scheinwerfer und der Power Moon aus Lagershausen kamen zum Einsatz.
Die Feuerwehr Langenholtensen mit dem LF 10 und die Feuerwehr Northeim mit dem RW 2 brachten ausreichend Material zur Einsatzstelle, um die aufwendige technische Rettung der eingeklemmten Person durchzuführen.
Das NEF der Feuerwehrbereitschaft IV wurde ebenfalls alarmiert und kam, besetzt mit 2 Notärztinnen und 2 Rettungsassistenten, zur Einsatzstelle. Auf Grund der guten Geländegängigkeit des Fahrzeugs konnte dies noch etwas näher an die Unglückstelle heranfahren, als die Großfahrzeuge der Feuerwehr.
Erst so nach und nach und mit sichtlichem Aufatmen konnten die Feuerwehrkameraden nun so langsam realisieren, dass es sich bei der Szene nur um eine Übungsdarstellung handelte. Es hatte also funktioniert; die Übung war bis zum Schluss geheim geblieben.
Unter Einsatz von jeder Menge Rüstholz, Greifzügen, Hebekissen, usw. wurde die sehr aufwendige Rettung der eingeklemmten Person eingeleitet und durchgeführt. Dabei musste sämtliches benötigte Material zunächst einmal von den weit entfernten Fahrzeugen zur Unglückstelle verbracht werden. Zum Glück und wie auf dem Land üblich, stand schon bald ein Traktor zur Verfügung, der hierbei unterstützen konnte.
Der angesägte Baum drohte umzustürzen und musste gefällt werden. Ca. 1 Stunde nach Alarmierung waren beide Personen gerettet und ärztlich versorgt und es hieß „Übungsende“!

Der Rückbau des Materials und das Herstellen der Einsatzbereitschaft für alle Fahrzeuge nahm noch einmal eine weitere Stunde in Anspruch, so dass die eingesetzten Kräfte, nach einer kurzen Nachbesprechung und einem kleinen Imbiss am Feuerwehrhaus Denkershausen, gegen 21:00 Uhr wieder einrücken konnten.

Eingesetzte Kräfte: ca. 55 MLF Denkershausen, TSF Lagershausen, TSF Imbshausen, LF 10 Langenholtensen, RW 2 Northeim, NEF Umweltfeuerwehr FB IV.

Unser Dank geht an alle eingesetzten Feuerwehrkameradinnen und Kameraden, die Besatzung des NEF, an die Forstgenossen Denkershausen, die Übungsdarsteller und den Kameraden Philipp Brünig, der die Idee für die Übung hatte und diese maßgeblich mitgestaltet hat.

 

Text:Jens Küsel
Fotos:Olaf Hawacker