Umweltfeuerwehr

Kommandomitglieder des 3. Zuges zu Gast bei der Feuerwehr in Kehl am Rhein


Autor

Lennart Lohrenz

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Ein Mal im Jahr findet für die Kommandomitglieder des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr neben dem regulären Dienstbetrieb eine Sonderveranstaltung zur Aus- und Fortbildung statt. Für das Jahr 2012 stand ein Besuch der Feuerwehr Kehl am Rhein auf dem Programmplan, der an dem Wochenende vom 4. bis 6. Mai stattfand. Zustande gekommen ist der Kontakt der beiden Einheiten durch Fabian Martin aus Dassensen, einem Mitglied des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr, der zurzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Feuerwehr in Kehl absolviert.

Am Freitag, den 4. Mai 2012 trafen sich sechs der neun Kommandomitglieder um 12 Uhr an der Feuerwehtechnischen Zentrale (FTZ) in Bad Gandersheim und machten sich auf den Weg in das knapp 500 km entfernt liegende Kehl am Rhein an der deutsch-französischen Grenze.
Nach gut fünf Stunden Fahrt erreichten die Sechs die Feuerwache in Kehl. Dort angekommen wurden die Kameraden aus dem Landkreis Northeim zunächst herzlich durch den Kommandanten der Feuerwehr Kehl, Gerhard Stech und den Zugführer Gefahrgut, Michael Schneider begrüßt. Direkt danach wurde gleich das Gepäck ausgeladen und die Schlafplätze für die nächsten Nächte in der Feuerwache hergerichtet. Kurze Zeit später fand die Abendverpflegung statt, bei der auch der weitere Verlauf des Wochenendes besprochen wurde. Nachdem alle Kameraden versorgt waren, gab es noch eine Führung durch die Feuerwache Kehl, bei der auch schon ein Teil der in Kehl vorhandenen Fahrzeuge und Ausrüstung in Augenschein genommen werden konnte.
Im Anschluss ließen die Kameraden den Abend in gemütlicher Runde bei einigen Fachgesprächen langsam ausklingen. Nach einer kurzen Nacht war am Samstagmorgen um 7:30 Uhr Aufstehen angesagt um das nachfolgende, reichhaltige Tagesprogramm anzugehen. Nach dem Frühstück stand gemeinsame feuerwehrtechnische Ausbildung der Feuerwehr Kehl mit den anwesenden Kräften aus Northeim auf dem Programmplan. Zunächst fand auf Wunsch der Kehler Feuerwehrleute ein zweistündiger, theoretischer Unterricht mit dem Thema 'Grundlagen für den Strahlenschutzeinsatz' statt. Dieser wurde durch den Gruppenführer Messtechnik des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim, Lennart Lohrenz, abgehalten. Hierbei wurden für die Feuerwehr wichtige, grundlegende Inhalte des Strahlenschutzes behandelt, aber auch auf die Sicherheit von Kernreaktoranlagen und den jüngsten Reaktorunfall von Fukushima in Japan im März 2011 eingegangen. Im Anschluss an diese theoretische Ausbildungseinheit fand zunächst die Mittagspause mit einer reichhaltigen, rustikalen Vesperplatte statt, um sich für das Nachmittagsprogramm zu stärken. Hier standen Vorführungen des Gefahrgutzuges der Feuerwehr Kehl an. Die Kehler stellten verschiedene Ausrüstungsgegenstände zur Abarbeitung von Einsatzlagen mit gefährlichen Stoffen und Gütern vor und demonstrierten deren Handhabung anhand kleinerer Übungsszenarien. Von besonderem Interesse der teilnehmenden Einheiten war die Dekontamination, insbesondere die von Einsatzkräften und Verletzten.
So gab es einen großen Gesprächsbedarf und regen Informationsaustausch untereinander, bei dem jede Einheit ihr Wissen und ihre Ideen mit einbringen konnte. Denn nur durch den berühmten 'Blick über den Tellerrand hinaus' kann man Dinge aufmerksam werden, die man selbst vielleicht noch nicht bedacht oder gesehen hat, bzw. die man verbessern oder verändern kann.
Nachdem alle Vorführungen beendet und die bis dorthin aufgetretenen Fragen geklärt waren, wurde der offizielle Teil des Ausbildungstages beendet und zu einem gemeinsamen Grillabend zu der Kameradschaftspflege eingeladen.

Am Sonntagmorgen hieß es für die Kameraraden der Umweltfeuerwehr aus Northeim um 7:30 Uhr wieder Aufstehen. Es stand noch ein letzter interessanter Programmpunkt zum Abschluss des Wochenendes am Rhein an. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die Schlafplätze wieder zurückgebaut und die nicht mehr benötigten Sachen im Fahrzeug verstaut. Danach ging es an den Rhein, genauer, in den Rheinhafen von Straßburg zu der Besichtigung des Feuerlöschbootes (FLB) 'Europa 1'.
Das FLB 'Europa 1' wird grenzübergreifend im Wechsel von Feuerwehrkräften aus Kehl und französischen Kollegen aus Straßburg besetzt. Es stellt den Brandschutz für die Rheinschifffahrt von Rheinkilometer 256 (Schleuse Rhinau) bis Rheinkilometer 334 (Schleuse Iffezheim) sicher. Angetrieben wird es von zwei Hauptmaschinen mit je 1.100 PS. Es verfügt unter anderem über zwei Feuerlöschkreiselpumpen mit einer Förderleistung von je 6.000 Liter Wasser pro Minute bei einem Förderdruck von 10 bar, zwei Wasserwerfern mit einer Leistung von je 4.000 Litern pro Minute und einer Wurfweite von 65 Metern, einen Tank mit 3.200 Liter Löschschaummittel und vielem mehr.
Von der Schlagkraft und den technischen Möglichkeiten des FLB konnten sich die Kameraden der Umweltfeuerwehr bei einer kleinen Probefahrt auf dem Rhein live überzeugen. Nach diesem sehr interessanten Termin in Straßburg fand noch ein letztes gemeinsames Mittagessen in Straßburg bei elsässischem Flammkuchen mit anschließender Stadtbesichtigung statt, bevor letztlich die Heimreise angetreten wurde und die Kommandokräfte des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr gegen 21 Uhr wieder wohlbehalten und zufrieden in Bad Gandersheim an der FTZ angekommen sind.

Im Rückblick auf diese Veranstaltung waren sich die Feuerwehrleute aus Kehl und dem Landkreis Northeim einig: Es war ein sehr gelungenes und interessantes Wochenende, bei dem man gegenseitig einiges voneinander lernen konnte und es in Zukunft eine einigermaßen regelmäßige Kontaktpflege beider Einheiten geben soll.

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