Jahreshauptversammlung der Umweltfeuerwehr

Der Bereitschaftsführer der 'Umweltfeuerwehr' Feuerwehrbereitschaft 4 des Landkreises Northeim Michael Potrafke lud alle Mitglieder der Feuerwehrbereitschaft und Gäste zur Jahreshauptversammlung ein.
Potrafke konnte im Feuerwehr-Kreisschulungszentrum in Northeim die zahlreichen Mitglieder der Feuerwehrbereitschaft 4 und als Gäste den stellvertretenden Kreisbrandmeister und Abschnittsbrandmeister Manfred Voß, die Abschnittsbrandmeister Axel Meyer und Carsten Winkler, den Bereitschaftsführer der Feuerwehrbereitschaft 1 Marco de Klein, den Leiter der Technischen Einsatzleitungen im Landkreis Northeim Marco Waßmann, den Vorsitzenden des Brand- und Katastrophenschutzausschusses vom Landkreis Northeim Karl-Heinz Hagerodt, von der Polizei Jürgen Horst, vom THW-Einbeck den Ortsbeauftragten Kai Scheffler, Marc Küchemann von der Johanniter Unfallhilfe Northeim, Horst Lange von der Pressegruppe der Kreisfeuerwehr Northeim und ganz besonders den Zugführer des ABC-Zuges vom Landkreis Hildesheim Maik Büssing mit seinem Stellvertreter Oliver Kamann. Der Kreisbrandmeister ließ sich entschuldigen er überbrachte aber durch Potrafke die besten Grüße und bedankte sich für die geleistete Arbeit zum Wohle der Bürger im Landkreis Northeim. Von der Verwaltung des Landkreises Northeim war keiner der Einladung gefolgt.

Die Niederschrift vom vergangenen Jahr, die von Sina Rusteberg aufgestellt wurde, wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

In seinem Bericht erwähnte Michael Potrafke, dass das Jahr 2014 mit dem Großeinsatz auf der Autobahn 7 bei Göttingen endete und das Jahr 2015 mit der Ungewissheit begann ob es weiterhin die Feuerwehrbereitschaft 4 geben wird oder die Einheit in Kreisumweltfeuerwehr umbenannt wird. Letztendlich kam von Seiten der Verwaltung, die Aussage dass die Feuerwehrbereitschaft 4 so erhalten bleibt.

In der Feuerwehrbereitschaft 4 (Umweltfeuerwehr) leisten momentan 98 Feuerwehrleute (Männer und Frauen) ihren Dienst im wöchentlichen bzw. zweiwöchigen Wechsel. In den letzten 13 Jahren ist das vergangene Jahr das einsatzstärkste Jahr gewesen. 75 Einsätze wurden von den Feuerwehrleuten bewältigt.

Diese teilen sich wie folgt auf:

  • 41 Einsätze vom Notarzteinsatzfahrzeug mit Notarzt der Arztgruppe
  • 8 Einsätze des Notarzteinsatzfahrzeug mit Notarzt aber abgebrochen
  • 13 Flüchtlingshilfen
  • 4 Hilfeleistungen (Zelte, Kran, Personensuche, Tragehilfe für den Rettungsdienst)
  • 2 Taucheinsätze
  • 3 Messeinsätze
  • 2 Einsätze mit der Wärmebildkamera
  • 2 Gefahrstoffeinsätze

Was die Einsätze des Notarzteinsatzfahrzeuges angeht, ist es bemerkenswert was dort für ehrenamtliche Arbeit geleistet wird.

Der 3. Zug (ABC-Zug) hat während des 5-wöchigen Einsatzes in Sarstedt, wo in der Flüchtlingsunterkunft Duschen und Zelte zu Verfügung gestellt wurden, hervorragende Arbeit geleistet.

Natürlich gab es im vergangenem Jahr nicht nur Einsätze sondern auch diverse andere Veranstaltungen: Gefahrstoffschulung für die Schnelleingreifgruppen der Hilfsorganisationen, die Schulung in Gefährliche Stoffe für die Truppmann-Ausbildung im Landkreis Northeim, der Besuch von Jugendfeuerwehrgruppe und vieles mehr. Weiterhin wurden durch eine Fachfirma und Eigenleistungen der Kameraden die Sozialräume der Umweltwache renoviert

Von dem Gruppenführer der Arztgruppe, Jens Küsel konnte man auch erfahren, das bei den vielen Einsätzen nicht die hohe Einsatzzahl gravierend ist, sondern die Anzahl der Verletzten und betroffenen Personen mit fast 100. Diese Anzahl von Personen, so Jens Küsel, "hat uns immer wieder gefordert die wir aber dank der guten medizinischen speziellen Ausrüstung und dank des hohen ehrenamtlichen Engagement insbesondere der Notärzte gemeistert haben".

Bereits am Anfang des vergangenen Jahres, wurde unsere spezielle Ausrüstung, das "Schwerlasttragetuch" vom Rettungsdienst und Feuerwehr zu einem medizinischen Notfall für einen Patienten mit ca. 200 Kilo Körpergewicht angefordert. Weiter ging es mit mehreren Einsätzen zu schweren Verkehrsunfällen, Brandeinsätze und Strahlenschutzeinsatz im ganzen Landkreis, wo die Arztgruppe der Umweltfeuerwehr tätig werden musste.

Nicht nur Einsätze wurden abgearbeitet. Sechs Mitglieder der Arztgruppe waren auch in Hamburg zu einem Fachseminar für Kohlenmonoxid Vergiftungen, bei dem viele Neuerungen mitgenommen wurden, die in das Konzept der Arztgruppe mit eingebunden werden. Weiterhin wurden bei Übungen mit mehreren Hilfsorganisationen im Bereich Atemschutznotfall geschult und trainiert.

In dem 1. Zug "Wasserrettung" hat sich auch etwas getan, so Zugführer Thomas Sattler. Jörg Spölstra hat seinen Posten als stellvertretender Zugführer zum Ende des Jahres 2015 abgegeben. Sattler überreichte Spölstra für seine Arbeit ein Geschenk. Sein Nachfolger wurde Stefan Junge, der auch schon viele Jahre den Tauchern angehört. Auch im vergangenen Jahr wurden wie schon vom Bereitschaftsführer erwähnt, der Wasserrettungszug zu zwei Taucheinsätzen alarmiert. Weiterhin wurde an drei Dienstabenden die Funkausbildung für die neuen Digitalen Funkgeräte absolviert. Eine traditionelle Wochenendausbildung in Suchtechnik und Arbeiten in großen Tiefen, wurde mit den Feuerwehrtauchern aus Hameln ebenfalls geübt. Auf der Interschutzmesse in Hannover konnten die Northeimer Taucher an einem Messestand mit gestellten Ausrüstungsgegenständen in unterschiedlichen Konfigurationen testen.

Das Jahr 2015 begann, laut Zugführer des 2. Zug Chemie- und Strahlenschutz, in den ersten Tagen in Kreiensen mit einem Kraneinsatz. Anlass war eine Personensuche in der Leine. Weiter musste ein Messeinsatz in der Juliusmühle bei Einbeck und zwei Einsätze mit der Wärmebildkamera abgearbeitet werden. Mitte des Jahres wurde auf der Bundesautobahn ein Lastkraftwagen, aus dem eine radioaktive Flüssigkeit austreten soll. gemeldet. Das Fahrzeuggespann wurde von der Autobahnpolizei an der Abfahrt Northeim-West von der Bundesautobahn geleitet. Glücklicherweise stand schnell fest, nachdem die Ladung überprüft wurde, dass das Fahrzeug zwei radioaktive Stoffe geladen hatte, diese aber nicht ausliefen und der Einsatz beendet werden konnte. Die Einsatzfahrzeuge waren noch nicht ganz einsatzbereit, da wurde in Höckelheim mit der Ortsfeuerwehr ein Messeinsatz in einer Gaststätte durchgeführt. Ein Anrufer meldete dass es dort nach Gas riechen soll. Dieses bestätigte sich nach mehreren Messungen nicht. Der nächste Einsatz war ein Messeinsatz in Lütgenrode, wo an einer Tankstelle die Waschanlage mit Nebenräumen brannte.

Der Zugführer des 3. Zug ABC-Zug, Gary Scheele berichte, das die Kameraden des 3. Zuges bei 75 Terminen über das Jahr verteilt insgesamt 5.943 Dienst - und Einsatzstunden geleistet haben. Zusätzlich wurden etliche Veranstaltungen und Sonderdienste angefallen.

Bei den 5 Einsätzen die abgearbeitet wurden, handelte es sich unter anderem darum, das zusammen mit den Tauchern des 1. Zug in Hillerse eine Person in einem Teich gesucht werden musste. Bei dem Einsatz Bombenräumung in Northeim wurden Zelte für den Rettungsdienst bereitgestellt. Der Einsatz wurde aber kurzfristig abgebrochen, da es sich nicht um eine Fliegerbombe gehandelt hat. Der nächste Einsatz war eine Tragehilfe von einem Patienten aus dessen Wohnung mit dem Rettungsdienst. Der 4. Einsatz führte die Feuerwehrleute mit dem 2. Zug zur Abfahrt der Bundesautobahn Northeim –West wo ein Lastkraftwagen eine radioaktive Flüssigkeit verlieren sollte. Dieses war aber laut des vorgegangenen Trupps, aufgrund der Messwerte nicht der Fall. Am 25.09.2015 begann der 5. und längste Einsatz, im Flüchtlings-Erstaufnahmelager in Sarstedt. Dort mussten zusammen mit dem ABC-Zug Hildesheim mehrere Dusch- und Ankleidezelte aufgebaut und auch bedient werden. Die Kameraden laut Scheele, haben in 12 Schichten mit rund 900 geleisteten Einsatzstunden für einen reibungslosen Betrieb der Anlage gesorgt. Die knapp anderthalb Monate sind auch an der Technik nicht spurlos vorbei gegangen.

Nicht nur Einsätze wurden bewältigt, auch Übungen mit anderen Organisationen wurden gemacht. Dem Zug gehören zur Zeit 35 Kameraden an. In der Führung gab es auch einen Wechsel. Manuel Witte hat das Amt des Gruppenführers Messen an seinen bisherigen Stellvertreter Tobias Arndt abgegeben. Zum neuen Stellvertretenden Gruppenführer Messen wurde Alexander Neunast ernannt. Daniel Hübchen wurde als neuer Kassenprüfer gewählt.

Beförderungen:
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Manfred Voß beförderte

  • Sebastian Wollenweber zum Löschmeister
  • Lennart Lohrenz zum Brandmeister
  • Gary Scheele zum Oberbrandmeister
  • und den Bereitschaftsführer Michael Potrafke zum Hauptbrandmeister.
Grußwort der Gäste:

Jürgen Horst von der Poizei Northeim/Osterode gab der Versammlung einen Überblick über den Stand bei der Polizeidirektion. Und dankte für die immer gute Zusammenarbeit an den Einsatzstellen.

Der Brand- und Katastrophenschutzausschuss-Vorsitzender Karl-Heinz Hagerodt dankte der Feuerwehrbereitschaft 4 und den Kameraden /-innen der Feuerwehrbereitschaft 1 und 2 sowie der Technischen Einsatzleitungen für die Einsätze und Übungen im Jahr 2015, besonders im Rahmen der Flüchtlingsunterbringung in Hameln und in Sarstedt im Landkreis Hildesheim in mehreren Schichten und über mehrere Monate, aber auch den übrigen Hilfeleistungsorganisationen und der Polizei aus dem Landkreis Northeim. Erfreut zeigte sich der Langenholtensener Kreistagsabgeordnete über die inzwischen angelaufene Ausschreibung für ein neues Notarzteinsatzfahrzeug für die Arztgruppe und für einen Einsatzleitwagen für den 2. Zug "Chemie- und Strahlenschutz" der Feuerwehrbereitschaft 4.

Hagerodt lobte die ehrenamtliche Arbeit insgesamt, die nicht selbstverständlich, sondern Ausdruck einer verantwortungsvollen Wahrnehmung wichtiger Aufgaben unentgeltlich für Staat und Gesellschaft sei.

Aus der Arbeit des Fachausschusses im vergangenen Jahr erwähnte der Vorsitzende u.a.:

  • Verleihung des Goldenen Ehrenringes des Landkreises an Peter Sawastianow und Dr. Gernot Maxisch
  • Vorstellung der neuen Bereitschaftsführer Michael Potrafke (FB 4) und Philipp Semmler (FB 2) sowie Verabschiedung von Thomas Pleßmann (früher Bereitschaftsführer in der FB 2, jetzt Stadtbrandmeister von Hardegsen)
  • Anhebung der Verpflegungssätze für Übungen und Einsätze der Bereitschaften durch einstimmigen Kreistagsbeschluss
  • Wieder-"Installierung" der bewährten bisherigen Brandschutzabschnitte
  • Vorstellung des Behandlungsplatz-Module-Systems durch den Ärztlichen Leiter des RD Dr. Bodo Lenkewitz
  • Erstmalige Berufung von Fachberatern "Hygiene" (Andreas Beste) und "Absturzsicherung/Rettung aus Höhen und Tiefen" (Chris Preuß) neben bereits bewährten Fachberatern "Bau" Olaf Freiherr Grote und Lars Fahlbusch sowie neben Feuerwehrarzt Ralf Schiffner
  • Einstellung der Mittel für ein neues Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug in den Haushalt 2016 (350.000 €), Ausschreibungsbeginn nach Haushaltsgenehmigung erwartet, altes Fahrzeug 38 Jahre alt, unfallträchtig und mehr als erneuerungsbedürftig
  • Arbeitskreis-Sitzungen mit dem BKA, den HVB des Landkreises und der Städte und Gemeinden sowie mit der Kreisfeuerwehr-Führungsspitze zu Strukturfragen der Feuerwehr
Zum Schluss rief Hagerodt dazu auf, keinen Neid oder 'Eifersüchteleien' zwischen kommunalen Brüdern und Schwestern zuzulassen, sondern Geschlossenheit zu zeigen. Es gehe um "unsere Feuerwehr", um die bestmögliche Sicherheit für die Bevölkerung des Landkreises Northeim.

Manfred Voß bedankte sich ebenfalls für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr und gab ebenfalls einen Überblick zum Thema Flüchtlingshilfe. Er führte an, dass das Großraumtanklöschfahrzeug 24/50 das in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Northeim stand, in dem Raum Dassel umgesetzt wurde. Weiterhin sprach er über Feuerwehrangelegenheiten im Landkreis Northeim.

Unter Punkt Verschiedenes überbrachte der Zugführer des ABC-Zug Hildesheim Maik Büssing die besten Grüße von seinen Kameraden aus Hildesheim und der guten Zusammenarbeit ein Geschenk an Michael Potrafke.

 

Text:Horst Lange
Fotos:Daniel Stahlmann