Umweltfeuerwehr

Jahreshauptversammlung der Feuerwehrbereitschaft 4


Autor

F-W Prussak

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Der Bereitschaftsführer Michael Potrafke hatte zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehrbereitschaft 4 am Freitag, dem 20.01.2017 um 19:00 Uhr, in das Kreisschulungszentrum der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Northeim in Northeim eingeladen. Zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehrbereitschaft 4 (Umweltfeuerwehr) konnte er neben den aktiven Kameraden und Kameradinnen der Feuerwehrbereitschaft 4 Kreissbrandmeister Bernd Kühle, den Vorsitzenden der Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz, Karl-Heinz Hagerodt, den Vertreter der Feuerwehrbereitschaft 2, Wilhelm Busse, den stellvertretenden Leiter der Technischen Einsatzleitungen, Mirco Kiehne, den stellvertretenden Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Northeim, Sebastian Schipper, Jan Herpolsheimer von der Johanniter-Unfall-Hilfe, den Zugführer des ABC-Zuges des Landkreises Hildesheim, Maik Büssing, begrüßen. Carsten Winkler, Henning Thörel, Marco de Klein, Jürgen Horst, Zacharias Meddecke und Kai Scheffler hatten sich wegen Terminüberschneidungen entschuldigen lassen und die besten Grüße ausrichten lassen.

Von der Kreisverwaltung hatte Herr Walbrecht Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Ersten Kreisrat Dr Heuer entschuldigt und die besten Grüße aus der Kreisverwaltung übermitteln lassen.

Die Niederschrift der letzten Jahreshauptversammlung, die allen Mitgliedern der Feuerwehrbereitschaft 4 mit der Einladung zur Jahreshauptversammlung zugegangen war, wurde einstimmig genehmigt. Bereitschaftsführer Michael Potrafke dankte in diesem Zusammenhang noch einmal besonders Sina Rusteberg für das gewohnt detaillierte Protokoll.

In seinem Jahresbericht gab Bereitschaftsführer Michael Potrafke einen kurzen Überblick über den Mitgliederstand und die Einsatzlage der Bereitschaft zum 31.12.2016. Im Jahr 2016 wurden 11.600 Dienst- und Einsatzstunden in 240 Dienstveranstaltungen von den 101 Kameradinnen und Kameraden geleistet. Die 53 Einsätze verteilen sich auf 36 NEF-Einsätze (davon 10 ohne ausrücken), 2 Hilfeleistungen (Atemschutzgeräte, Absichern von Unfallstellen), 5 Taucheinsätze, 6 Messeinsätze, 1 Wärmebildkameraeinsatz, 2 Gefahrstoffeinsätze und ein Dekoneinsatz. Die Zunahme der Tauch- und Messeinsätze zeigt auch, dass das Rettungsboot nach einem Motorschaden schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden muss. Der Dekoneinsatz bei einem Großbrand in der Hindenburgstraße hat gezeigt, dass das Vorhalten von Wechselkleidung, um aus dem Einsatz gelöste Einsatzkräfte wieder mit trockener und sauberer Kleidung auszustatten, notwendig ist, um Einsatzfähigkeit der Einsatzkräfte zu erhalten.

Besondere Höhepunkte bzw. Herausforderungen bildeten dabei im Jahr 2016 die Truppmannschulung Gefährliche Stoffe, der Besuch der CSA-Träger der Gemeindefeuerwehr Adelebsen, der Gefährliche Stoffe Lehrgang und die Besichtigungen der Feuerwehrbereitschaft 4 durch diverse Kinder- und Jugendfeuerwehren, die Teilnahme an zwei Sitzungen des Arbeitskreises Gefahrstoffeinheiten Südniedersachsen. Die Wochenendübung wurde in 2016 in zwei Großübungen an einem Tag durchgeführt, wobei alle Teileinheiten an beiden Übungen zum Einsatz kamen. Die Verpflegungsversorgung stellte der 4. Zug der Feuerwehrbereitschaft 1 an diesem Tag sicher. Weitere Alarmübungen fanden im Rahmen der Züge und Teileinheiten statt.

Aufgrund der Häufungen von Vogelgrippemeldungen wurde das Konzept zur Gefahrenabwehr mit dem Veterinäramt des Landkreises überarbeitet und die vorgehaltenen Materialen auf Vollständigkeit und Schäden überprüft, damit bei einem eventuellen Einsatz alles vorbereitet ist.

Auch das neue Notarzt-Einsatz-Fahrzeug der Arztgruppe kannte sich im abgelaufenen Einsatzjahr bei diversen Einsätzen bewähren. Dafür noch einmal einen besonderen Dank an die Verwaltung für die notwendigen Mittel zur Beschaffung. Nach langen Planungen konnte die Ausschreibung des Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF) endlich erfolgen um das mittlerweile fast 40 Jahre alte Fahrzeug in absehbarer Zeit zu ersetzen und so die Einsatzfähigkeit des ABC-Zuges auch in Zukunft sicherzustellen. Auch der Ersatz des Einsatzleitwagens des 2. Zuges soll zeitnah erfolgen.

Zu Abschluss seines Berichtes dankte der Bereitschaftsführer noch einmal allen Anwesenden für die gute Zusammenarbeit, insbesondere dem Kreisbrandmeister Bernd Kühle, seinen Zugführern und dem Kommando der FB 4 In seinem Bericht für die Arztgruppe der FB 4 ging der Gruppenführer Jens Küsel auf kurz auf die 36 NEF-Einsätze und die 7 weiteren Einsätze der Arztgruppe im Rahmen der Einsätze der anderen Züge ein. Besonders stellte er heraus, dass inm Oktober 2016 erstmals nach 30 Jahren ein Neufahrzeug als NEF in Dienst genommen werden konnte, denn bis dahin kamen immer Gebrauchtfahrzeuge aus dem Rettungsdienst zum Einsatz, die dort meist wegen gestiegener fahrzeug- und sicherheitstechnischer Anforderungen außer Dienst gestellt worden waren und damit eigentlich nicht mehr den erforderlichen Einsatzbedürfnissen entsprachen. Dafür dankte er noch einmal besonders der Kreisverwaltung für die Bereitstellung der Mittel und der Führung von Kreisfeuerwehr, Bereitschaft und Gerrit Traupe für die Unterstützung.

Im Rahmen der Ausbildung wurde die Gemeindefeuerwehr Nörten-Hardenberg für Atemschutznotfälle geschult. Die Jugendfeuerwehr Nörten wurde in Erster Hilfe ausgebildet. Durch das seit Jahren bestehende freundschaftliche Verhältnis konnte die Jugendfeuerwehr auch mit einer aus eigenen Mitteln beschafften Erste Hilfe Tasche unterstützt werden. Mit dem THW Northeim/Göttingen/Osterode wurde im Rahmen einer Gemeinschaftsübung die Atemschutzausbildung vertieft. Auch anderen Feuerwehren und die Höhenrettungsgruppe (SRHT-Gruppe) der Kreisfeuerwehr wurden im Rahmen von Übungen und Diensten in medizinischer Hinsicht unterstützt. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgang zur Leitenden Notärztin durch die ärztliche Kollegin Susanne Döppner verfügen drei Notärzte im Landkreis übe diese Qualifikation. Derzeit gehören 15 Mitglieder der Arztgruppe, davon 7 Ärzte unterschiedlicher Fachgebiete an, die zum Teil auch in der Kreisausbildung, sowie als Fachberater tätig.

Sein besonderer Dank ging auch an die Leitstelle, die durch die kurzen Dienstwege und das persönliche Kennen einen schnellen Informationsaustausch, insbesondere bei den Notarzteinsätzen, ermöglicht. In seinem Bericht für den 1. Zug (Wasserrettung) gab Zugführer Thomas Sattler einen kurzen Rückblick auf das Jahr 2016. Von den 15 Mitgliedern, davon 13 geprüfte Taucher, wurden 48 Dienste durchgeführt. Neben dem Konditionstraining, das ab April wieder außerhalb des Hallenbades in umliegenden Seen und Flüssen stattfand, waren darunter auch das Ausbildungswochenende in Nordhausen und die Auffrischung als fliegendes Begleitpersonal beim DRF in Göttingen (Christoph 44).

Die Einsätze wurden durch zwei Einsätze, ausgelöst durch Gewitter mit Starkregen geprägt, die auch eine Überarbeitung des Alarmkonzeptes für die Wasserrettung in solchen Fällen erfordern. Musste in einem Fall zwei Personen, die in ihrem PKW von den Wassermassen eingeschlossen waren, und drohten von der Straße gespült zu werden gerettet werden, musste im anderen Fall ein Mitarbeitet der Trinkwasserstation Seboldshausen mit dem Boot über die gefüllten Regenwasserrückhaltebecken zum Überprüfung eines Alarms und dem damit verbundenen Beheben eines technischen Defektes übergesetzt werden. Eine Personensuche nach einem vermissten Kind, mit der Befürchtung, dass es in einen Fischteich gefallen sein konnte, konnte glücklicherweise noch auf der Anfahrt abgebrochen werden, da das Kind außerhalb des Gewässers aufgefunden wurde. Bei einem Ölunfall auf dem Kiessee durch eine geplatzte Hydraulikleitung wurde schnell klar, dass nur mit dem Mehrzweckboot allein eine 500 m Ölsperre auf dem Wasser kaum zu handeln ist, und der defekte Motor des Feuerwehrrettungsbootes (RTB) umgehend ersatzbeschafft wurden muss. Den letzten Einsatz für die Taucher erforderte am 1. Weihnachtstag ein an Heiligabend verübter Einbruch-Diebstahl, dessen Reste inklusive dem aufgebrochenen Tresor die Einbrechen im Teich an den Northeimer Wallanlagen entsorgt hatten.

Martin Döscher, Zugführer des 2. Zuges (Chemie- und Strahlenschutz) konnte auf insgesamt 13 Einsätz mit etwa 600 Einsatzstunden zurückblicken. Während der Wärmebildkameraeinsatz und die Messeinsätze meist unspektakulär abliefen, sollten ein Gefahrstoffeinsatz mit einer Dauer von 9 Stunden auf der Autobahn A7 und der Hochwassereinsatz nach dem Gewitter im Juli mit der anschließenden Beseitigung eines Ölrestes mit 12 Stunden erheblich mehr Zeit und Kräfte in Anspruch nehmen. Im November kam dann noch der Einsatz mit der gerissenen Hydraulikleitung einer Schute auf dem Kiessee dazu. Mit den Ausbildungsstunden kamen damit für den 2. Zug knapp 4.700 Stunden zusammen, was deutlich über dem Wert von 2015 lag. Ein besonderes Highlight im Ausbildungsdienst war die Zugfahrt nach München mit der Besichtigung der Einsatzleitstelle in München auf der Feuerwache 3, bei der täglich etwa 2.000 – 3.000 Notrufe auflaufen und der Besichtigung der Feuerwehrschule auf der Feuerwache 2.

Den Jahresbericht des 3. Zuges (ABC-Zug) gab Zugführer Gary Scheele. 70 Dienstveranstaltungen verteilten sich neben den normalen Ausbildungs- und Übungsdiensten auf die Teilnahme an Kommandositzungen, Treffen der Gefahrstoffzüge Südniedersachsen, Besprechungen der Medical Task Force, Teilnahme an der AG SEG des Landkreises Northeim und einigem mehr. Insgesamt 8 Einsätze wurden durch den 3. Zug abgearbeitet. So wurde unter anderem die Dekontamination der Einsatzkräfte beim Gefahrstoffeinsatz auf der Autobahn, beim Großbrand in Northeim, beim Öleinsatz auf dem Kiessee vorgenommen und die Unterstützung der anderen Züge der FB 4 im Einsatz sichergestellt. Aber auch die Absicherung einer Einsatzstelle und Einleitung von Erstmaßnahmen im Rahmen einer Dienstfahrt, sowie die Übernahme von Absperrmaßnahmen im Rahmen der Bad Gandersheimer Domfestspiele, weil alle anderen Kräfte durch das Hochwasser gebunden waren, gehörten dazu.

Ein besonderer Höhepunkt bildete die Strahlenschutzfortbildung in Morsleben, der sich eine Besichtigung des Zwischen- und Endlagers, das sich in der Stilllegung befindet, anschloss. Nachdem die Ausschreibung für die Ersatzbeschaffung des DMF nach über drei Jahren endlich im EU-Portal eingestellt werden konnte hofft der Zugführer, dass die nächsten Schritte auf dem Weg der Ersatzbeschaffung nun etwas schneller ablaufen, denn der Weg bis zur Indienststellung des neuen Fahrzeuges ist noch lang.

In seinem Kassenbericht konnte Gerrit Traupe eine ausgeglichene Kasse vorstellen, deren einwandfrei Führung auch von den Kassenprüfern bestätigt wurde. Die Entlastung erfolgte daher von den Anwesenden auch einstimmig. In seinem Grußwort ging Kreisbrandmeister Bernd Kühle übermittelte er die Grüße der Abschnittsbrandmeister, bevor er kurz auf die Berichterstattung des Gandersheimer Kreisblattes durch deren Chefredakteur im Zusammenhang mit den Vorfällen in der Sterbekasse einging. Auch die Änderungen im Rahmen der Führerscheine für die Klasse C, rückwirkend ab 2013 waren ein Thema, bevor er dann zu den Beförderungen kam.

  • Fabian Martin, Löschmeister (3. Zug)
  • Tobias Arndt, Oberlöschmeister (3. Zug)
  • Gerrit Traupe, Löschmeister (Arztgruppe)
  • Michael Potrafke, Erster Hauptbrandmeister (Bereitschaftsführer)
Eine Beförderung wird nachgeholt, da der Kamerad aufgrund seines Geburtstages nicht anwesend war. Für seine langjährigen Dienste als Kleiderwart wurde Klaus Beikirch mit einem Präsent ausgezeichnet. Während seiner 8jährigen Amtszeit als Kleiderwart hat er unter anderem für die Beschaffung der neuen Einsatzkleidung der FB 4 mit dem Arbeitskreis Bekleidung die Weichen in die Zukunft gestellt und die Kleiderkammer auf ein hohes Niveau gebracht, an dem sich der Nachfolger oder die Nachfolgerin messen lassen muss.

In den Ansprachen der Gäste ging Karl-Heinz Hageroth kurz auf die Gründe für die EU-weite Ausschreibung des neuen DMF ein. Wegen des Investitionsrahmens muss die Ausschreibung EU-weit erfolgen, und daher muss bei so einer Ausschreibung, um die gewohnt gute Qualität eines Feuerwehrfahrzeuges, zu erhalten auch jede Kleinigkeit beachtet werden, um keine Ausschreibungsfehler zu machen. Dann stellte er noch kurz die geplanten Investitionen im Bereich Brand – und Katastrophenschutz des Landkreises für die nächsten Jahre vor. Ein Thema waren auch die Neuen Herausforderungen der Feuerwehren, die im Landkreis Northeim gemeinsam mit den Feuerwehrbereitschaften, Fachberatern und dem Kreiskommando gemeistert werden, wodurch die Feuerwehren im Landkreis Northeim eine verlässliche Größe sind.

Maik Büssing, vom ABC-Zug des Landkreises Hildesheim dankte für die Einladung und die gute Zusammenarbeit der Bereitschaften der Landkreise, die im Rahmen weiterer Ausbildungen und Übungen intensiviert werden sollten. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung ludt der Bereitschaftsführer noch alle Anwesenden zu einem kleinen Imbiss ein.

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