Der 2. Zug der Umweltfeuerwehr besteht aus etwa 40 Mitgliedern, die aus dem gesamten Landkreis Northeim kommen, wobei allerdings ein Großteil aus den Gemeinden Northeim, Nörten-Hardenberg und Hardegsen stammt.
Organisatorisch setzt sich der 2. Zug aus einem Zugtrupp, der Technikgruppe und der Messgruppe zusammen.

Der Zugtrupp besteht neben dem Zugführer und seinem Stellvertreter aus einem Gruppenführer zur besonderen Verwendung und einem Kraftfahrer. Gemeinsam führen sie den Zug, dokumentieren die Einsatzmaßnahmen und halten den Kontakt mit anderen eingesetzten Einheiten sowie der Einsatzleitung.
Als Fahrzeug steht dem Zugtrupp ein Einsatzleitwagen (ELW) auf Basis eines allradgetriebenen VW-Busses zur Verfügung. Neben zwei fest eingebauten 4m-Funkgeräten, sind mehrere 2m-Handfunkgeräte verlastet. Zwei davon sind in Aktivladehalterungen zur Verwendung im Fahrzeug vorgesehen und dienen der Kommunikation mit eigenen und anderen Einsatzkräften sowie, auf einem eigenen Kanal, zur Führung der Atemschutz- oder CSA-Träger. Weiterhin sind zwei Mobiltelefone und ein Fax verbaut, welches gleichzeitig als Drucker für einen PC dient. Auf diesem sind neben Einsatzplänen und Bedienungsanleitungen auch zwei Gefahrstoff-Datenbanken (Resy und Memplex) installiert. Auch ein Online-Zugang ist vorhanden. Zur Versorgung der elektrischen Verbraucher ist ein Stromerzeuger an Bord. Da das Fahrzeug bei kleineren Einsätzen auch allein eingesetzt wird, sind weiterhin mehrere Handscheinwerfer, zwei Atemschutzgeräte, Feuerlöscher, Absperrmaterial und Schachtabdeckungen sowie elektronische Messgeräte für verschiedene chemische Stoffe, ein Ex-Warngerät und Messkoffer für chemische und radioaktive Stoffe verladen. Komplettiert wird das Fahrzeug durch eine Wärmebildkamera mit drahtloser Bildübertragungsmöglichkeit.

Die Technikgruppe übernimmt im Gefahrguteinsatz die Erkundung und die Maßnahmen zur Schadensbeseitigung, wie z. B. das Auffangen und Umpumpen von Chemikalien oder Abdichten von Behältern. Geführt wird sie durch den Gruppenführer Technik und seinen Stellvertreter, der im Gefahrguteinsatz auch Führer des ersten Angriffstrupps ist. Unterstützt wird sie dabei von Mitgliedern der Messgruppe.
Als Fahrzeuge stehen der Technikgruppe ein Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) und ein Gerätewagen-Nachschub mit Kran (GW-N) zur Verfügung. Der im Jahr 2011 neu beschaffte GW-G führt neben Atemschutzgeräten und verschiedenen Schutzkleidungen alles mit, was zum Abdichten, Auffangen und Umpumpen gefährlicher Stoffe benötigt wird. Der GW-N ist mit weiteren Auffangbehältern und einer umfangreichen Ausrüstung zur Ölschadensbekämpfung ausgestattet. Mit dem zwischen Fahrerhaus und Aufbau montiertem Kran können im Abstand von 14,3m noch Lasten bis zu 1130 kg angehoben werden. Daher kommt das Fahrzeug auch bei anderen Hilfeleistungseinsätzen zum Einsatz. Bei Öleinsätzen auf Gewässern kann auch auf einen Anhänger mit einer Ölsperre und einen Anhänger mit einem Ölsanimaten zurück gegriffen werden. Zusätzlich steht für Einsätze und Übungen ein Tanklöschfahrzeug (TLF20/40SL) der benachbarten Feuerwehr Technische Zentrale (FTZ) zum Eigenschutz der Einsatzkräfte bereit, welches von Kräften des 2. Zuges besetzt wird und in Verbindung mit dem GW-G ausrückt.

Die Messgruppe ist für Messungen an der Einsatzstelle und für den Einsatz mit strahlenden Stoffen zuständig. Analog zur Technikgruppe wird sie durch den Gruppenführer Messen geführt, dessen Stellvertreter im Einsatz mit strahlenden Stoffen Führer des ersten Angriffstrupps ist. Dabei wird die Messgruppe dann von Mitgliedern der Technikgruppe unterstützt.
Hauptfahrzeug der Messgruppe ist der Gerätewagen-Atemschutz/Chemieschutz/Strahlenschutz (GW-ACS), der neben 15 Atemschutzgeräten einen Großteil der Chemikalienschutzanzüge der Umweltfeuerwehr an Bord hat. Weiterhin ist das Fahrzeug mit Messmöglichkeiten für chemische Stoffe, einem „Handbuch der gefährlichen Stoffe“ (Hommel) sowie einer umfangreichen Strahlenschutzausstattung beladen. Außerdem ist auf dem Fahrzeug auch der Empfänger für die Wärmebildkamera mit Fernseher und Videorekorder untergebracht. Als zweites Fahrzeug verfügt die Messgruppe über eine VW-Doppelkabine mit Pritschenaufbau als Mehrzweckwagen (MZW). Dieser dient neben dem Personaltransport auch als universelles Transportmittel und ist daher nur mit Absperrmaterial und zwei Transportkörben für Atemluftflaschen beladen. Im Einsatz kann er auch als zusätzliches Messfahrzeug für Umfeldmessungen oder als Fahrzeug für Lautsprecherdurchsagen genutzt werden.
Ein Gerätewagen-Messen (GW-Mess) als drittes Fahrzeug der Messgruppe ist im Feuerwehrhaus Uslar stationiert. Dieser ist mit zwei Chemikalienschutzanzügen, zwei Atemschutzgeräten und einer kleinen Messausstattung für chemische und radioaktive Stoffe ausgestattet. Besetzt wird das Fahrzeug mit aus der Umgebung von Uslar kommenden Angehörigen des 2. Zuges.

Der Ausbildungsdienst findet im zweiwöchigen Rhythmus statt. Obwohl die einzelnen Kameraden den Gruppen zugeordnet sind, werden sie trotzdem für alle möglichen Aufgaben gruppenübergreifend ausgebildet und, bis auf die Führungsfunktionen, auch so eingesetzt. Dabei stehen neben Grundtätigkeiten, wie dem Tragen von Atemschutz und diversen Schutzkleidungen, vor allem Themen wie Messtechnik, Erkundung von Einsatzstellen und Hilfeleistung bei Einsätzen mit chemischen oder radioaktiven Stoffen im Vordergrund. Dazu gehört natürlich auch die Beseitigung von Ölschäden auf Gewässern. Spezielle Dienste finden z.B. für das ELW-Personal oder die Maschinisten unseres LKW-Ladekrans statt. Hinzu kommen Einsatz- und Alarmübungen. Neben der internen Ausbildung besuchen die Kameraden weiterführende Lehrgänge an den Feuerwehrtechnischen Zentralen oder der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle oder Loy.

 

Aufgaben

  • Erkennen und Messen chemischer Stoffe
  • Beurteilen von Gefahren chemischer Stoffe
  • Hilfeleistungen bei Unfällen mit chemischen Stoffen
  • Beseitigen von chemischen Stoffen nach Unfällen
  • Spüren und Messen von radioaktiven Stoffen
  • Beurteilen radioaktiver Stoffe
  • Bergen radioaktiver Stoffe
  • Messung und Beurteilung gefährlicher Stoffe bei Bränden
  • Ölbekämpfung auf Gewässern
  • Hilfeleistungen
  • Atemschutzreserve des Landkreises