Der 3. Zug der Umweltfeuerwehr besteht aus einem Zugtrupp, einer Mess- sowie einer Dekongruppe. Die Sollstärke des 3. Zuges umfasst 42 Kameraden.

Der Zugtrupp besteht aus dem Zugführer und dem Führungsassistenten. Gemeinsam leiten und führen sie den Zug im Einsatz. Sie sind verantwortlich für die Koordination der zugehörigen Gruppen und dokumentieren den gesamten Einsatzverlauf.
Der Zugtrupp verfügt über einen Kommandowagen, welcher an der FTZ in Bad Gandersheim stationiert ist. Dieser soll im Falle eines Einsatzes den Zugführer möglichst schnell der Einsatzstelle zuführen. Dadurch ist der Zugführer in der Lage bereits erste Einsatzinformationen zu erlangen und kann gegebenenfalls noch auf Anfahrt der nachfolgenden Kräfte taktische Entscheidungen zu Einsatzgeschehen treffen. Hierdurch wird der Zeitverlust von der Lageerkundung bis zur ersten Befehlsgebung reduziert und der Einsatzverlauf beschleunigt.

Die Mess- und Erkundungsgruppe (Messgruppe) besteht aus dem Gruppenführer Messtechnik, dessen Stellvertreter und der Messgruppe. Die Hauptaufgaben der Messgruppe umfassen die Menschenrettung sowie die Erkundung und das Messen / Spüren in Chemischen, Biologischen, Radiologischen oder Nuklearen (CBRN) Gefahrenlagen. Ferner obliegt ihr die Eindämmung und Beendung einer CBRN-Gefahr, ebenso wie die Unterstützung der Dekongruppe bei ihren Aufgaben.
Die Fahrzeuge der Messgruppe sind weitestgehend an der FTZ in Bad Gandersheim stationiert. Sie verfügt über ein Messleitfahrzeug (MLF) und zwei Gerätewagen Messtechnik (GW-Mess). Über das MLF wird im Einsatz der komplette 3. Zug bzw. ein Einsatzabschnitt koordiniert und geleitet. Es ist mit allen notwendigen Führungs- und Kommunikationsmitteln ausgestattet. Zusätzlich befindet sich auf dem MLF eine erweiterte Messausrüstung, die eine große Auswahl an Prüfröhrchen, mehrere Mehrgas- und Ex-Warn-Geräte, Material zur Wasseranalytik, ein hochleistungs-PID (Photoionisationsdetektor) sowie Pressluftatmer umfasst. Zudem sind ein Stromaggregat und ein Powermoon® auf dem MLF verlastet. Ein GW-Mess ist an Umweltwache in Northeim stationiert und wird im Einsatzfall durch Personal der Dekongruppe der Einsatzstelle zugeführt und automatisch dem Gruppenführer Messetechnik unterstellt. Die GW-Mess sind mit einer umfassenden Mess- und Spürausrüstung, sowie mit Pressluftatmern und Chemikalienschutzanzügen bestückt.
Das MLF ist ebenfalls als normaler Einsatzleitwagen (ELW) alarmierbar. So wird es z. B. bei den Einsätzen des 1. Zuges automatisch mit alarmiert, da dieser über keinen eigenen ELW verfügt.

Die Dekongruppe besteht aus dem Gruppenführer Dekontamination, dessen Stellvertreter und der Dekongruppe. Die Aufgaben der Dekongruppe sind sehr vielfältig und umfassen unter anderem die Dekontamination von Verletzten und Einsatzkräften sowie Geräten und Flächen. Weiterhin kann bei kühler Witterung für eine mobile Umkleidemöglichkeit für die Taucher, eine Dusch- oder Aufwärmmöglichkeit geschaffen werden. Darüber hinaus ist es möglich Ölsperren auszubringen, Löschwasserrückhaltebecken zu Schaffen oder Auffangbecken um Leck geschlagene Kesselwagen oder Industrietanks zu legen. Das Unterstützen der Messgruppe gehört ebenfalls zu den Aufgaben.
Die Fahrzeuge der Dekongruppe sind an der Umweltwache in Northeim stationiert. Sie verfügt über ein Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF) sowie einen Gerätewagen Dekontamination (P) (GW-Dekon), der über den Bund beschafft wurde. Das DMF enthält unter anderem einen Wassertank (1500 l), 150 Meter Ölsperre, einen Powermoon® sowie diverse Materialien. Trotz des Alters ist das Fahrzeug ein sehr wichtiger Bestandteil des 3. Zuges. Auf dem GW-Dekon sind Schnell-Einsatz-Zelte, Duschzelt, ein Stromaggregat sowie Zeltheizungen und diverse andere elektrische Geräte untergebracht.

Der Ausbildungsdienst umfasst die Ausbildung aller Mitglieder des dritten Zuges auf allen Fahrzeugen. So ist gewährleistet, dass auch mit weniger Personal alle wichtigen Aufgaben im Einsatz gezielt und professionell abgearbeitet werden können.
Es werden der Umgang mit den auf den Fahrzeugen untergebrachten Geräten geschult aber auch Schnittmengen aus dem regulären Dienst in einer Feuerwehr vertieft. Atemschutzgeräteträger werden zusätzlich durch das Tragen eines Chemikalienschutzanzuges gefordert. Weiterhin werden Konzepte für den Fall eines Massenanfalls von Verletzten (MANV ab Stufe II) und das damit verbundene Errichten eines Behandlungsplatzes unterrichtet. Mitglieder werden durch theoretischen Unterricht auf die Gefahren durch chemische, biologische, radiologische und nukleare hingewiesen und in deren Erkennung sensibilisiert.

 

Aufgaben

  • Dekontamination von
    • Personen,
    • Verletzten,
    • Einsatzkräften,
    • Geräten und
    • Flächen
  • Erkunden, Melden und Beseitigen von
    • chemischen Stoffen,
    • biologischen Stoffen und
    • radioaktiven Stoffen
  • Markieren und Überwachen kontaminierter Gebiete
  • Menschenrettung in CBRN-Gefahrenlagen
  • Messen und Beurteilen von Schadstoffen bei Bränden
  • Verlegen von Auffangsperren für wassergefährdende Stoffe
  • Beseitigung von gebundenen wassergefährdenden Stoffen
  • Löschwasserrückhaltung
  • Bereitstellung von Rettungszelten
  • Atemschutzreserve
  • Hilfeleistungen

 

Kontakt

Zugführer - Gary Scheele
zf.3zug@umweltfeuerwehr.de
stellv. Zugführer - Lennart Lohrenz
stellvzf.3zug@umweltfeuerwehr.de