Umweltfeuerwehr

Arztgruppe referiert beim Seminar der Sicherheitsbeauftragten der Landkreise Northeim, Osterode und Göttingen


Autor

Horst Lange

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Anlässlich der jährlich stattfindenden Fachtagung der Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode, sowie der Stadt Göttingen hatte der Kreissicherheitsbeauftragte der Feuerwehren im Landkreis Northeim Axel Rode die Sicherheitsbeauftragten der Städte und Gemeinden zu einem Fortbildungsseminar eingeladen. Das Seminar fand am 23.02.2013 im Feuerwehr-Kreisschulungszentrum in Northeim statt.
Nachdem die Teilnehmer / Teilnehmerin sich nach ihrer Anreise mit einem reichhaltigem Frühstück gestärkt hatten, wurde die Begrüßung von Axel Rode und dem Kreisbrandmeister vorgenommen. Nach der Begrüßung folgte der Bericht von Kreisbrandmeister Bernd Kühle über den Krankenhausbrand am 19. August 2012 in Northeim.

Der Brand war in einem Nebentrakt der Helios Albert-Schweizer-Klinik auf einer unbelegten Station ausgebrochen. Durch die Rauchgasentwicklung wurden eine Ärztin und ein Pfleger verletzt. Sie mussten mit Hilfe von Dreh- und Schiebeleitern der Feuerwehr aus den oberen Etagen aus den Fenstern gerettet werden. Patienten wurden im Krankenhaus auf andere Stationen und in andere Krankenhäuser verlegt. Fortlaufend wurde von der Umweltfeuerwehr FB 4 des Landkreises Northeim Gefahrstoffmessungen durchgeführt. Das Feuer wurde durch Schaumeinbringen in das Gebäude nach Stunden gelöscht. Über 100 Patienten wurden in den Abendstunden in umliegende Krankenhäuser verlegt. Die Anzahl der Rettungskräfte betrug 750. Dieser Vortrag brachte bei den Teilnehmern hohe Aufmerksamkeit mit sich.

Jens Küsel, Verantwortliches Mitglied der Arztgruppe der Feuerwehrbereitschaft 4 (FB 4) und Krankenpfleger auf der Intensivstation der Helios Albert-Schweizer-Klinik, stellte in seinem ersten Vortrag die Aufgaben, Gliederung, Ausrüstung und Konzepte der Arztgruppe vor.

Die Arztgruppe besteht z. Zt. Aus 12 Mitgliedern, davon sind 6 RA / RS, zwei davon haben eine Zusatzqualifikation zum Krankenpfleger / Hygienefachkraft. Alle Mitglieder haben Führungs- und Technische-Lehrgänge von Feuerwehr und Rettungsdienst absolviert. Weiterhin haben sie eine Ausbildung in Atemschutz, Kenntnisse im Bereich Tauchmedizin, Dekontamination von Verletzten (Konzept / Algorithmus) und Notfallmedizinische Versorgung verunfallter AGT / CSA Träger im Gefahrenbereich.

In der Arztgruppe versehen 6 Notärzte ihren Dienst. Sie arbeiten unter anderem in der Unfallchirurgie, Innere Medizin, Anästhesie, Tauchmedizin, Ärztliche Leitung Rettungsdienst des Landkreises Northeim und Leitende Notarztgruppe. Alle 6 Ärzte verfügen über die Zusatzqualifikation zum Notarzt an den Helios Kliniken in Northeim und Bad Gandersheim. Zur Ausrüstung der Arztgruppe gehört ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) gemäß DIN. Entsprechend den jeweiligen Einsatzbereichen kann die Ausrüstung erweitert werden.

Zu weiteren Aufgaben der Arztgruppe gehören die Sicherstellung des Eigenschutzes für eigene und fremde Einsatzkräfte, Versorgung von möglichen Primärverletzten Personen bis zum Eintreffen des Regelrettungsdiensts. Weiterhin Betreuung der AGT und CSA-Träger im Einsatz und Übungsdienst. Sie Übernehmen auch die medizinische Versorgung der Feuerwehrtaucher des 1. Zug Wasserrettung der Umweltfeuerwehr FB 4 bei Übungen und Einsätzen.

Zu dem Thema „Adipositas-Transporte“ zeigte Jens Küsel eine Power Point Präsentation. In dieser Präsentation stellte man die Frage „ Sind wir darauf vorbereitet??“. Denn in Europa sind 25 % aller Schulkinder und 50 % der Erwachsenen übergewichtig.

Andreas Beste von der Arztgruppe, er ist Hygiene-und Infektions-Fachkraft in einem Krankenhaus, er zeigte die Hygiene- und Infektionsmerkmale und die verschiedenen Vieren, die bei Übungen und Einsätzen vorkommen können. Durch gründliche Desinfektion kann man sich schon gut schützen. Ein guter Impfschutz ist deshalb wichtig. Man sollte auch auf eine Impf-Auffrischung im Feuerwehrdienst nicht verzichten. Andreas Beste ist bereit bei Feuerwehrdiensten oder anderen Veranstaltung seinen Vortrag noch ausführlicher zu halten.

In dem praktischen Teil, zeigten Mitglieder der Ortsfeuerwehr und der FTZ-Northeim den Teilnehmern die Rettungstechniken und Ausrüstungen von Atemschutzgeräteträgern bei Einsätzen und Übungen.

Nach der Mittagspause zeigte Michael Aron vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) anschauliche Fotos von fehlender oder unzureichender Gefahrgutsicherung, Transport von Gefahr-Gütern. Was für Fehler beim Verladen gemacht werden können und zur richtigen Ladung gehört auch das richtige Fahrzeug.

Von der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) kam Jochen Köpfer. Er informierte die Teilnehmer /in über Allgemeine Information der FUK, Vorstellen neuer Medien für die Unfallverhütung und weitere Themen der Unfallkasse. Auch die Pflege der Feuerschutzhelme und der Schutzkleidung wurde angesprochen.

Anschließend kam es dann zu Diskussionen, Anfragen und Anregungen zu den verschiedenen Themen die auf der Tagesordnung standen.

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