Umweltfeuerwehr

Alarmübung des 3. Zuges in Lauenberg


Autor

Lennart Lohrenz

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Viele der Kameraden des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim befanden sich gerade beim Einkaufen, bei der Gartenarbeit oder beim Grillen mit der Familie, als ihre digitalen Funkmeldeempfänger am Samstag den 2. Mai 2015 gegen 13 Uhr auslösten. Laut Nachricht benötigte die Polizei in Lauenberg die Unterstützung des 3. Zuges (ABC-Zug) der Umweltfeuerwehr. Die Kollegen der Polizei vermuteten, dass sie im Keller des Dorfgemeinschaftshauses auf ein illegales Lager mit chemischen und radioaktiven Stoffen gestoßen sind. Sofort machten sich die Kameraden des ABC-Zuges auf den Weg zu ihren Wachen nach Northeim und Bad Gandersheim, um ihre Fahrzeuge zu besetzen und nach Lauenberg auszurücken.

Nach Ankunft in Lauenberg wurden die anwesenden Einsatzkräfte durch den Übungsleiter in die angenommene Lage vor Ort eingewiesen und darüber informiert, dass es sich bei dem vermeintlichen Einsatz um eine Alarmübung handelt. Nach der Lageeinweisung wurde durch die Feuerwehrleute umgehend mit den Vorbereitungen zur Abarbeitung des Einsatzes begonnen. Durch den Zugführer wurde die Absperrgrenze festgelegt und den Gruppenführern ihre Befehle erteilt. Daraufhin errichtete die Dekongruppe auf dem, an das Dorfgemeinschaftshaus angrenzenden, Sportplatz eine Dekontaminationsstelle (Dekon-Stufe II). Parallel hierzu wurde durch die Messgruppe die Einsatzleitung aufgebaut und die ersten Einsatzkräfte mit Chemikalienschutzanzug (CSA) ausgerüstet, um in das Gebäude vorgehen zu können.
Nachdem die Dekonstelle einsatzbereit und die CSA-Träger fertig ausgerüstet waren, wurde sofort mit der Erkundung des Gebäudes begonnen. Während der Erkundung wurden im Kellerbereich des Dorfgemeinschaftshauses durch die eingesetzten Trupps mehrere Behälter mit Chemikalien gefunden. Alle gefundenen Behälter wurden mittels der Checkliste der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim erfasst und an die Einsatzleitung gemeldet. Undichte Behälter wurden so verpackt, dass keine weiteren Stoffe mehr austreten konnten. Bereits ausgetretene Chemikalien wurden mit Hilfe von Spezialbindemittel abgebunden. Während der Erkundung wurde auch ein Behälter gefunden, der laut Kennzeichnung radioaktives Material enthielt. Durch die mitgeführten Messgeräte konnte aber festgestellt werden, dass von dem kleinen Stahlfass keine erhöhte Strahlung ausgeht. Als besondere Herausforderung stellten sich zudem das sehr enge Kellergewölbe sowie die daraus resultierende, oft schwierige Funkverbindung dar.
Nachdem die eingesetzten CSA-Träger ihre maximale Einsatzzeit in ihrem Anzug erreicht haben, bekamen sie den Befehl zum Rückzug, um sich in die Dekontaminationsschleuse zu begeben. Dort wurden sie in einem speziellen Duschzelt von eventuell anhaftenden Gefahrstoffen befreit. Da bei dieser Lage auch mit radioaktiven Stoffen gerechnet wurde, wurden die Einsatzkräfte zusätzlich noch mit einem Kontaminationsnachweisgerät überprüft, ob sie eventuell radioaktive Stoffe abbekommen haben. Auch das zum Abduschen der CSA-Träger genutzte Wasser wurde regelmäßig auf Strahlung überprüft. Für die Abarbeitung der Lage im Keller des Gebäudes wurden insgesamt vier CSA-Trupps mit insgesamt 12 Feuerwehrleuten, sowie zwei Trupps mit insgesamt vier Feuerwehrleuten zur Dekontamination (= Reinigung) eingesetzt.

Parallel zu dem 'Gefahrstoffeinsatz' im Lauenberger Dorfgemeinschaftshaus wurde die Übung durch die Kameraden des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr auch zum Anlass genutzt, um die jährliche Überprüfung der radioaktiven Nullraten im Landkreis Northeim durchzuführen und so wieder einen aktuellen Überblick über die natürliche, immer vorhandene und völlig normale radioaktive Strahlung im Landkreis zu haben. So kann bei einem radiologischen oder nuklearen Ernstfall schnell festgestellt werden, ob irgendwo im Landkreis Northeim erhöhte Strahlungswerte vorliegen.

Nachdem alle Übungsziele erreicht und alle radioaktiven Nullraten im Landkreis ermittelt waren, konnte durch den Übungsleiter das Ende der Übung bekannt gegeben werden. Daraufhin wurden die genutzten Materialien gereinigt und wieder auf ihren Fahrzeugen verlastet, bevor die Kameraden zu einer kurzen Übungsnachbesprechung zusammen antraten. Bei dieser zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen und der großen Schlagkraft des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr. Insgesamt haben an dieser Übung 29 Kameraden des 3. Zuges (ABC-Zug) der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim teilgenommen.

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