Umweltfeuerwehr

3. Zug nimmt an Übung 'Behandlungsplatz' teil


Autor

Lennart Lohrenz
Maximilian Radke

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Wenn sich Unfälle oder Unglücke mit vielen Verletzten ereignen sind die Kapazitäten von Rettungsmitteln schnell ausgereizt. Um in solch einem Fall einen optimal geordneten Einsatzablauf zu gewährleisten besteht im Landkreis Northeim seit einigen Jahren das Einsatzkonzept Behandlungsplatz (BHP). An diesem sind diverse Rettungsorganisationen aus dem Landkreis beteiligt. Durch den Behandlungsplatz (BHP) ist es den Rettern möglich in einer Art Zeltstadt, Maßnahmen zur Behandlung von Verletzen durchzuführen und diese so lange in unmittelbarer Nähe zum Unglücksort zu versorgen, bis sie zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser abtransportiert werden können.
Im BHP selbst werden die Verletzten in drei Kategorien eingeteilt. Um für den Einsatzfall möglichst gut vorbereitet zu sein fand am Samstag, den 24. November 2012, eine Übung beim ASB in Nörten-Hardenberg statt. Bei dieser galt es insgesamt 12 Personen ihrer Verletzungen entsprechend zu retten und zu versorgen, sowie deren Abtransport vom BHP in die verschiedenen Krankenhäuser zu koordinieren.

Die ersten Gedanken für das Konzept 'BHP' entstanden bereits vor 20 Jahren, nachdem am 15. November 1992 ein Schnellzug der Deutschen Bahn in Northeim verunglückte, 11 Personen dabei ihr Leben verloren und 51 weitere Passagiere zum Teil schwer verletzt wurden.

Der 3. Zug der Umweltfeuerwehr ist festern Bestandteil in dem Einsatzkonzept und wird automatisch alarmiert wenn sich ein Unfall mit mehr als sieben Verletzten ereignet (MANV II). Seine Aufgabe besteht in dem Aufbau der Zelte und dem Aufbau der gesamten Infrastruktur des Behandlungsplatzes. Sollte es erforderlich sein, unterstützen die Kameraden des 3. Zuges auch die Rettungsmaßnahmen an/in der Schadenstelle, wie auch bei dieser Übung einmal mehr geübt werden konnte.

An der diesjährigen Übung BHP waren folgende Rettungsorganisationen beteiligt:

  • DRK Bereitschaft Einbeck
  • DRK Bereitschaft Solling
  • DRK Bereitschaft Northeim
  • DRK Bereitschaft Gande
  • JUH OV Northeim
  • ASB Markoldendorf
  • ASB Nörten-Hardenberg
  • ASB Göttingen/Stadt
  • LNA Gruppe Landkreis Northeim
  • THW OV Einbeck
  • TEL Nord/Ost
  • 3. Zug der Umweltfeuerwehr (FB4)

Gegen 10:00 Uhr trafen sich alle Beteiligten Organisationen am Behandlungsplatz (BHP) Landkreis Northeim an der Unterkunft des ASB Nörten. Bereits etwas früher vor Ort war der 3. Zug der Umweltfeuerwehr, der im Vorfeld bereits die Zelte für den Behandlungsplatz errichtet hatte. Nach einer kurzen Lagebesprechung und Verteilung der Aufgaben im BHP, wurde von den Rettungsdienst Organisationen damit begonnen die Zelte nach den verschiedenen Verletzungskategorien (Rot = Schwerverletzt mit Vitalbedrohung, Gelb = Schwerverletzt ohne Vitalbedrohung, Grün = Leichtverletzt)einzurichten.
Währenddessen stellte die Umweltfeuerwehr mehrere Trägertrupps für die Verletzten, die noch aus dem Keller der ASB Unterkunft gerettet werden mussten zusammen. Ebenfalls wurde vor den Zelten die sogenannte Triage (Sichtung) Aufgebaut. In der Triage kommen alle Verletzten gesammelt an und werden dort vor Ort einer ersten Untersuchung durch den Leitenden Notarzt (LNA) unterzogen. Gleichzeitig werden die Verletzten dort in die verschiedenen Kategorien eingeteilt, sodass sie im Anschluss an die passenden Zelte zur Weiterversorgung verteilt werden können.

Zeitgleich mit der Einrichtung der Zelte kümmerte sich die, Neu im Konzept Befindliche Fachgruppe Beleuchtung des THW Einbeck, zusammen mit der FB 4 um die Beleuchtung und Stromversorgung der Zelte des BHP. Mit dem Stromerzeuger dieser Fachgruppe wurden somit alle Zelte mit Licht und Strom versorgt. Gleichzeitig stellt diese Gruppe in der Nacht oder Dunkelheit die Ausleuchtung des BHP sicher. Nachdem nun der ganze BHP aufgebaut und Betriebsbereit war, wurde mit der eigentlichen Übung begonnen. Hierbei lag der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit und Schulung des Arbeitsablaufes aller Beteiligten. Nun wurden nach und nach, durch die Mitglieder der Umweltfeuerwehr, Verletzte aus dem Keller der Unterkunft gerettet und zur Triage gebracht. Dort wurden sie dann Erstuntersucht und auf die Zelte verteilt. In den Zelten standen dann einzelne Behandlungsplätze mit unterschiedlicher Ausstattung für die Verletzten Bereit. Nach der Sichtung wurden die Verletzten dann in die Zelte verbracht, wo sie durch den Rettungsdienst versorgt und für den dann bald anstehenden Transport ins Krankenhaus Stabilisiert wurden. Hier hatte der Einsatzabschnittsleiter Verletzten Sammelstelle die Führung. Dieser musste stets den Überblick haben wie viele Verletzte der einzelnen Kategorien in den Zelten sind und wo die Transportprioritäten lagen. Dieses musste er immer wieder mit den Zeltmeistern (Verantwortlicher in den jeweiligen Zelten) abstimmen. Diese Meldungen liefen dann in der TEL Nord/Ost zusammen, die dann zusammen mit der Leitstelle Verfügbare Krankenhäuser für die Verletzten ausfindig machen. Nachdem die Verletzten dann versorgt und Transportbereit waren, wurde vom Einsatzabschnittsleiter Transport ein Entsprechendes Rettungsmittel (RTW, KTW, NAW oder Hubschrauber) zugeteilt, das die Verletzten dann zur finalen Versorgung ins Krankenhaus Transportierte. Auch hier lag das Augenmerk darauf das Entsprechende Transportmittel den jeweiligen Verletzten richtig zu zuordnen. Gegen 13:00 Uhr wurde dann für eine Mittagspause das üben unterbrochen und es wurden kleinere Verbesserungen angesprochen und gleich umgesetzt. Den im Anschluss an das Mittagessen folgte ein zweiter Durchgang der Übung wo wieder andere Verletzungen bei den Patienten auftraten um auch das Rettungsdienstpersonal zu fordern.
Um etwa 15:00 Uhr waren soweit alle Verletzten versorgt und Abtransportiert, sodass Übungsende gegeben werden konnte und man sich in großer Runde zu einer Nachbesprechung traf, wo einzelne Kritik oder Verbesserungspunkte noch mal angesprochen wurden. Nach dieser Besprechung wurde der BHP wieder Demontiert und die Teilnehmenden Einheiten konnten wieder in ihre Standorte zurückkehren und die Einsatzbereitschaft wieder herstellen.

Ein besonderer Dank gilt dem ASB Markoldendorf, der mit seiner Betreuungsgruppe den ganzen Tag für eine sehr gute Verpflegung der Einsatzkräfte gesorgt hat. Außerdem stellte die RUD des ASB Markoldendorf die sehr gut darstellenden Verletzungsdarsteller die auch dementsprechend geschminkt wurden. Hier war von allem etwas Geboten von dem einfachen Betrunkenen bis zum offenen Bauchtrauma oder zur Beinteilamputation.

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