Umweltfeuerwehr

3. Zug ermittelt radioaktive Nullraten für das Jahr 2011

Möglicherweise radioaktive Trümmerteile eines abgestürzten Satelliten in dem Landkreis Northeim niedergegangen


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Umweltfeuerwehr
Wie jedes Jahr wurden auch im Jahr 2011 die aktuellen radioaktiven Nullraten im Landkreis Northeim durch den 3. Zug der Umweltfeuerwehr ermittelt. Dies geschah in diesem Jahr am 19. November im Rahmen einer Alarmübung. Angenommene Lage war ein abgestürzter Satellit, der beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerrissen wurde und nicht vollständig verglüht ist. Auf Grund von Meldungen aus der Bevölkerung musste davon ausgegangen werden, dass möglicherweise zum Teil radioaktive Trümmerteile in dem Landkreis Northeim niedergegangen sind. Bedingt durch diese besondere Gefahrensituation war ein Einsatz der Umweltfeuerwehr mit Spezialausrüstung erforderlich.

Um 16:32 Uhr wurden die Kameraden des 3. Zuges der Umweltfeuerwehr über digitale Meldeempfänger alarmiert. Innerhalb weniger Minuten besetzten insgesamt 21 Einsatzkräfte die Fahrzeuge des 3. Zuges und rückten zu ihrem befohlenen Bereitstellungsraum aus. Dieser befand sich auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 3 zwischen Salzderhelden und Vogelbeck. Im dem Bereitstellungsraum angekommen, wurden zuerst Maßnahmen zur Verkehrssicherung eingeleitet und der Parkplatz mit zwei Powermoons® ausgeleuchtet. Dies war erforderlich, da die Einsatzleitung im Bereitstellungsraum verbleiben sollte und es bereits dunkel wurde.
Nachdem alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen waren, traten alle Kameraden des Zuges truppweise nebeneinander an. Dabei wurde die Mannschaft durch den Einsatzleiter in die Übungslage eingewiesen und über das weitere Vorgehen informiert. Im Anschluss erfolgte die Einteilung der jeweiligen Fahrzeugbesatzungen, sowie die Ausgabe der erforderlichen Mess- und Spürausrüstung. Durch das Messleitfahrzeug, von dem aus der Einsatz koordiniert wurde, wurden die einzelnen Fahrzeuge zu ihren Messpunkten geschickt. Diese Messpunkte (insgesamt 16) sind über den kompletten Landkreis Northeim verteilt und befinden sich an genau definierten Orten.

Durch die jährliche Ermittlung und Dokumentation der sogenannten Nullraten ist es der Umweltfeuerwehr im Falle eines radiologischen oder nuklearen Schadenereignisses relativ schnell möglich, Aussagen darüber zu treffen, ob und wenn, wo und wie stark im Landkreis Northeim eine radioaktive Kontamination (= Verunreinigung / Verschmutzung) vorliegt.

Der Begriff 'Nullrate' findet hauptsächlich im Feuerwehr- und Behördendeutsch Verwendung. Wissenschaftlich betrachtet wird mit der Nullrate die terrestrische, also die natürliche Strahlung des Erdbodens, bezeichnet. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass die natürliche Strahlung niemals den Wert 'Null' annehmen kann, immer vorhanden und völlig normal ist. Je nach Beschaffenheit und Aufbau des Erdbodens, sowie je nach Vorkommen von verschiedenen Gesteinen und/oder Gasen (z.B. Radon), variiert die terrestrische Strahlung von Ort zu Ort. Aufgrund minimaler Einflussfaktoren und natürlichen Veränderungen können die gemessenen Werte von Jahr zu Jahr leicht schwanken. Neben der terrestrischen Strahlung gibt es noch eine weitere natürliche, immer vorhandene Strahlung auf der Erde – die kosmische Strahlung. Diese bezeichnet eine Strahlung, die aus dem Kosmos, also dem Weltall, kommt und auf die Erde trifft. Hierzu zählt z.B. die UV-Strahlung, die durch die Sonne entsteht. Im vorbeugenden Strahlenschutz spielt die kosmische Strahlung allerdings nur eine untergeordnete und eher zu vernachlässigende Rolle.

Nachdem alle Messpunkte abgearbeitet waren, trafen sich alle Kameraden gegen 20:15 Uhr noch einmal an der Einsatzleitung und fassten die ermittelten Werte für die Dokumentation zusammen. Im Anschluss fand eine kurze Übungsnachbesprechung statt. Darin dankten die Führungskräfte des 3. Zuges den anwesenden Kameraden für die gezeigte Einsatzbereitschaft und zeigten sich mit der professionellen und geordneten Abarbeitung der Übungslage sehr zufrieden. Daraufhin wurde die Einsatzleitung, die aufgestellte Beleuchtung, sowie die Verkehrssicherungsmaßnahmen abgebaut und die benötigten Gerätschaften wieder auf den Fahrzeugen verlastet. Anschließend konnten die Kameraden wieder in ihre Wachen nach Bad Gandersheim und Northeim einrücken und das Restwochenende genießen.

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