Umweltfeuerwehr

3. Zug der Umweltfeuerwehr übt ein Wochenende
lang in der Region Hannover


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Das erste Juliwochenende stand für die Einsatzkräfte des 3. Zuges (ABC-Zug) der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim in Verbindung mit den Einsatzkräften vom ABC-Zug des Landkreises Hildesheim ganz im Zeichen der Ausbildung. Zwischen den beiden Einheiten besteht seit einigen Jahren eine enge Freundschaft und ein reger Austausch. So lag es auf der Hand, dass sich die Führungskräfte aus dem Landkreis Northeim und dem Landkreis Hildesheim eine ausgedehnte, gemeinsame Ausbildungseinheit haben einfallen lassen.

Am Samstag, den 7. Juli 2018 trafen sich 25 Kameraden des 3. Zuges und der Arztgruppe der Umweltfeuerwehr an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Bad Gandersheim. Von dort aus ging es um 8 Uhr im Verband zur FTZ des Landkreises Hildesheim, nach Groß-Düngen, wo sie durch die Kameraden des ABC-Zuges des Landkreises Hildesheim und die Kräfte des Versorgungszuges empfangen wurden. Nach einer kurzen Ansprache durch den Hildesheimer ABC-Zugführer Hildesheim, Philipp Bartels, und den stellv. ABC-Zugführer Northeim, Lennart Lohrenz, wurden die rund 60 anwesenden Einsatzkräfte darüber informiert, dass das Übungswochenende in Bennigsen (Stadt Springe), Region Hannover stattfinden wird und einige organisatorische Dinge geklärt. Im Anschluss machten sich die Einheiten als Großverband mit insgesamt 20 Fahrzeugen auf den Weg nach Bennigsen. Dort angekommen wurde zuerst die Unterkunft bezogen und ein kleiner Mittagsimbiss zu sich genommen, bevor um 12:50 Uhr das Heulen der Sirenen der Ortschaft Bennigsen die vermeintliche Ruhe unterbrach. Die örtliche Stützpunktfeuerwehr wurde zu einem Einsatz auf einem abgeernteten Feld alarmiert. Hier haben Passanten bemerkt, dass sich ein herrenloser Anhänger auf dem Feld befand, von welchem stark riechende Flüssigkeiten austraten und diverse Pakete auf dem Feld lagen. Binnen weniger Minuten nach der Alarmierung traf die Ortsfeuerwehr Bennigsen an der Einsatzstelle ein und übernahm die Erkundung. Dabei stellte sich heraus, dass hier offensichtlich versucht wurde chemische Abfälle illegal zu entsorgen. Aufgrund der vorgefundenen Lage lies der Einsatzleiter umgehend Spezialkräfte zur Abarbeitung von Einsatzlagen mit Gefahrstoffen nachalarmieren. Daraufhin machten sich die ABC-Züge Hildesheim und Northeim auf den Weg zum Ort des Geschehens. Nach Ankunft an der Einsatzstelle wurden die Zugführer durch den Einsatzleiter in die Lage eingewiesen und die Aufgaben verteilt. Die Zugführer sprachen sich ab, dass die Kräfte aus dem Landkreis Northeim die Erkundung und Abarbeitung der Schadenstelle unter Chemikalienschutzanzug (CSA) vornehmen werden und die Kameraden aus dem Landkreis Hildesheim die Dekontamination (= Reinigung) der eingesetzten CSA-Träger übernehmen werden.
An der Schadenstelle wurden von den Northeimer Kräften mehrere Behältnisse vorgefunden und erkundet. Hierbei wurde festgestellt, dass ein Stahltank stark beschädigt ist und massiv Flüssigkeit austritt. Die Leckage wurde mittels Holzkeilen provisorisch verschlossen um einen weiteren Flüssigkeitsaustritt zu unterbinden. Die übrigen Behältnisse wurden parallel durch weitere Kräfte untersucht und gesichert, sodass keine weitere Gefahr von ihnen ausgeht.
Besonders herausfordernd für alle Kräfte, insbesondere den Kameraden in Chemikalienschutzkleidung, waren die Außentemperaturen von knapp 30 Grad und direkter Sonneneinstrahlung. Den Eigenschutz aller eingesetzten Kräfte stellte während der Übung die Arztgruppe der Umweltfeuerwehr sicher, die mit einem Rettungsassistenten und einem Notarzt vor Ort war. Das für die Dekontamination erforderliche Wasser wurde durch die Gerätewagen Dekontamination aus Northeim und Hildesheim, sowie durch das Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF) aus Northeim an die Einsatzstelle transportiert. Nach rund zwei Stunden waren alle Übungsziele erreicht und das Übungsende, sowie der Rückbau der Einsatzstelle konnten bekannt gegeben werden. Während einer kurzen Übungsnachbesprechung mit kurzer Kaffeepause mit Kaffee und Kuchen zeigten sich die Übungsbeobachter von den gezeigten Leistungen, insbesondere bei diesen Witterungsbedingungen, sehr zufrieden.
Nach erfolgtem Abbau aller benötigen Ausrüstungsgegenstände und dem Einsatzbereitmachen der Fahrzeuge ging es für die Feuerwehrleute zum Feuerwehrhaus Bennigsen, um sich zu duschen und frischzumachen, bevor an der Unterkunft der gemütliche Teil dieses Tages mit Speisen vom Grill, Schwedenfeuern und Swimmingpool beginnen konnte.

Nach einer teilweise recht kurzen Nacht ging es am Sonntagmorgen des 8. Juli 2018 nach dem Frühstück mit frischen Brötchen, Eiern und Pfannkuchen und nach erfolgtem Rückbau der Unterkunft für die Kameraden zur nächsten Übung. Angenommene Lage war eine Brand auf einem Recyclinghof im Stadtgebiet Springe, bei dem es zu einer starken Rauchentwicklung kommt. Dies war die Ausgangslage für eine groß angelegte Messübung in der Region Hannover. Es wurden insgesamt sieben Messfahrzeuge, darunter ein ABC-Ekundungskraftwagen aus dem Landkreis Hildesheim, in den Einsatz geschickt und diverse Messungen der Umgebungsluft, Gewässer-, Boden- und Bewuchsproben genommen. Da das Übungsgebiet für die Einsatzkräfte völlig unbekannt war, wurde die Koordinierung des Einsatzes anhand von Waldbrandeinsatzkarten und Koordinaten vorgenommen. Nachdem alle Einsatzaufträge abgearbeitet waren wurde gegen 14 Uhr das Übungsende der Messübung bekannt gegeben. Auch mit den hier gezeigten Leistungen aller Einsatzkräfte zeigten sich die verantwortlichen Führungskräfte sehr zufrieden. Alle beteiligten waren sich einig diese Veranstaltung wiederholen zu wollen, da der Ausbildungseffekt und Austausch durch den berühmten „Blick über den eigenen Tellerrand“ hinaus sehr hoch war.

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