Umweltfeuerwehr

2. Zug übt Handhabung der Schutzanzüge


Autor

Sina Rusteberg

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Bei den fordernden Einsätzen mit gefährlichen Stoffen und Gütern wird zumeist der Chemikalienschutzanzug benötigt, um die Kameradinnen und Kameraden vor den oft zunächst unbekannten Gefahren zu schützen. Deshalb führt der zweite Zug der Feuerwehrbereitschaft 4 (Umweltfeuerwehr) neben den regelmäßigen Aus- bzw. Fortbildungen und Übungen ein jährliches Training speziell für das Tragen dieser Körperschutzform durch. Bei diesem Dienst am 24.02.2018 wurden die grundlegenden Kenntnisse über die Handhabung der Schutzausrüstung, das Verhalten bei Notfällen und die Handzeichen zur Verständigung ohne Funk aufgefrischt.

Im Verlauf des Trainings galt es zunächst mit zwei 3er-Trupps Gerätschaften, wie eine Gefahrstoff-Umfüllpumpe, einen Rollwagen zur Brandbekämpfung und eine Schleifkorbtrage über eine vorgegebene Strecke, die den Abstand zwischen Absperrgrenze und dem Einsatzobjekt ähnelte, zu transportieren.
Die zweite Station widmete sich der Koordination, der Kommunikation im Trupp und dem besonderen Umgang mit dem Chemikalienschutzanzug. Die Träger sollten dabei immer unbedingt vermeiden, sich hinzuknien, um das Anzugmaterial nicht zu beschädigen. Die Kameraden bekamen nun Aufgaben, wie eine Multifunktionsleiter als Bock aufzubauen, ein Rohrdichtkissen korrekt dicht schließend zu setzen, Saugschläuche als Ring zu kuppeln und sicher unter einem Hindernis hindurch zu gehen.

Die dritte Station konzentrierte sich auf die Feinmotorik, welche durch die Anzugeigenschaften, wie einer schlechten Sicht und große bzw. dicke Handschuhe, sehr beschwerlich zu bewältigen sind. Hier haben die Träger nun Muttern auf Schrauben aufgeschraubt, einen Satz geschrieben, Knoten gemacht, den pH-Wert einer Flüssigkeit ermittelt und mit einer Gasspürpumpe die Luftkonzentration von einer Chemikalie gemessen. In einem zweiten Durchgang sollten sich die Kameraden an die höheren physischen Anforderungen gewöhnen. Deshalb wurde in einem Gewöhnungsmarsch abwechselnd ein Kamerad mittels Schleifkorbtrage befördert. Bei dieser Schutzform treten für die Träger besondere Belastungen auf. So kann es je nach Außentemperaturen zu einem enormen Wärmeanstieg im Anzug kommen und die Kameraden verlieren in ihrer kurzen Einsatzzeit von maximal 20 Minuten enorm viel Körperflüssigkeit. Das Gewicht der zusätzlichen (Schutz-)ausrüstung erschwert ihnen die Arbeit unter dem Chemikalienschutzanzug zusätzlich. Außerdem nimmt die Feuchtigkeit im Anzug unter Umständen sehr schnell zu, weshalb auch die Sicht zudem noch durch Beschlagen der Innenscheibe eingeschränkt wird. Aus diesen Gründen finden die regelmäßigen Übungen und Ausbildungen mit dem Chemikalienschutzanzug fortlaufend für die Kameraden der Umweltfeuerwehr statt.

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